In memoriam

31. August 2008 - geschrieben von Paris

Ein Leben ohne Hund ist ein Irrtum

meinte Carl Zuckmayer.

Davon war man in unserer Familie schon seit je her überzeugt. Alle Hunde, die einen Lebensabschnitt mitgegangen sind, leben noch immer in der Erinnerung und in den Herzen unserer Zweibeiner weiter.


Unsere Vorgänger hier alle namentlich aufzuführen und ihre Geschichten zu erzählen würde wohl einen ganzen Roman füllen.
Deshalb haben wir Doggen, Paris und Bel Ami, entschieden, mehr oder minder bei unserer Vorgänger-Doggendame Aja zu beginnen.

Aja, eine schöne, schwarze Dogge, war bereits die zweite Lebensgefährtin von Leonberger Maximilian. Maxi hätte eigentlich gar keine Gefährtin gebraucht, da sein ganzes Interesse und seine uneingeschränkte Liebe nur Frauchen galt.

Bei Aja und Max waren die Fronten von Anfang an geklärt. Aja war ein gehorsamer, sehr sensibler, wohlerzogener Herrlihund, die leidenschaftlich gerne laufen ging, die Hundeschule mit Bravour bewältigte und immer nur lieb, sanft und anhänglich war.
Fraulihund Max war sozusagen das Gegenteil … und hing, nein er klebte regelrecht Tag und Nacht nur an Frauchen. Auf Grund seiner ›Nichtwohlerzogenheit‹ gab es etliche Begebenheiten, die verschlossen im Kästchen der Verschwiegenheit und des Vergessens gut aufgehoben sind …

Als Max dann von heute auf morgen mit beinahe 16 Jahren über die Regenbogenbrücke ging, brach eine Welt zusammen. Was die Zweibeiner damals noch nicht ahnten war, dass bald darauf Maxis Reinkarnation zurück in die Familie kommen würde.
Aja sollte nicht alleine bleiben.

Zu dieser Zeit war auch bereits das erste Enkelkind da und man überlegte keinen so großen Hund mehr dazuzunehmen. Die Ausflüge mit Kinderwagen, Maxi und Aja hatten nämlich etwas von einem Kleinzirkusauftritt. Max an der Leine und in ewiger Schräglage – daher auch der Kinderwagen immer in Schräglage – das wollte Frauchen nicht mehr unbedingt haben.

Aja, Chatty und Henry

Ein Basset sollte in Zukunft die Familie bereichern. Vor allem auch, weil sie sehr kinderliebend sind. Die Zweibeiner kontaktierten den  Bassetclub in Österreich und aus Deutschland kam ›Homewatcher’s Dick van Dyke‹ zu uns, der aber von uns den Namen ›Sir Henry‹ erhielt. Henry war das ›Heinziburli‹, das ›Mausi‹, man hätte ihn aber auch Maxi nennen können, denn das Heinziburli entpuppte sich raschest als die genaue Wiedergeburt von Max, nur – Henry hatte kürzere Beine, dafür längere Ohren.
Aja, die liebe, sanfte Dogge nahm den bereits im zarten Babyalter sich entpuppenden Macho Henry geduldig hin. Es dauerte überhaupt nicht lange und Frauchen war mit Kinderwagen, Henry und Aja wieder in der Schräglage unterwegs. Henry verwendete auch denselben ›Kleber‹ wie Max und klebte bald an Frauchens Bein fest.

Dann kam Besuch von Henrys Züchterin, die uns Henrys Schwester Debbie Ann 3 Wochen als Pflegegast hier ließ. Nach 3 Wochen war klar, dass Frauchen den Hund nicht mehr hergeben würde.
Aus Debbie Ann wurde  Lady Chatterley.
Mit Chatty, wie sie fortan genannt wurde, kehrte mehr Ruhe für Aja ein, die aber leider auch bald zu kränkeln begann und ihr Leiden, wie gewohnt, geduldig ertrug.
Mit 9½ Jahren, als kein gutes Hundeleben mehr möglich war, erlöste man sie von ihrem Krebsleiden und sie ging in Frauchens Armen zu Max.

Chatty und Henry im Schlosspark

Fortan hatten die Bassets die Alleinherrschaft inne. Henry blieb der Macho, aber Chatty hatte so ihre Tricks auf Lager. Zuerst fraß immer Henry, dann ›durfte‹ Chatty zur Schüssel. Was Henry aber nie mitbekam war: Wollte Chatty zuerst fressen, lief sie raus zum Tor oder an den Zaun und bellte. Henry schoss wie immer hinterher und regte sich auf, auch wenn es gar nichts zum Aufregen gab. Chatty fraß in der Zwischenzeit die besten Häppchen in aller Ruhe raus, da es immer eine Zeit dauerte, bis Henry sich wieder beruhigte.

Frauchen liebte ihre Bassets. Herrchen liebte sie auch, nur Aja waren sie halt keine …
Herrchen joggte alleine durch die Botanik, die Bassets schliefen bis 10 Uhr im Bett. War es heiß, saßen sie lieber unter einem Baum und gingen nicht weiter. Der reinkarnierte Henry tat überhaupt nur was er wollte, klebte an Frauchen, da er wusste: »da geht alles durch, ich muss nur richtig schauen«. Chatty war folgsamer, aber so wie bei Aja, die gerne lernte und folgte und ihrem Herrchen auch Freude mit ihrem Gehorsam machen wollte, davon waren die Bassets soweit entfernt wie die Venus vom Mars.

Im April 2007 musste Henry operiert werden, Stunden später fiel er um und war mit nur 7½ Jahren tot. Es ist schlimm genug, einen Hund gehen lassen müssen, aber so schnell und unvorbereitet war eine wirkliche Tragödie in unserer Familie, für die Zwei -und den Vierbeiner .
Chatty vermisste ihren Macho unendlich, hörte auf zu fressen und sie, die gerne auch einmal alleine sich in Frauchens Bett ausbreitete, wich nicht mehr von der Seite der Zweibeiner.
Es wurde nach einem neuen Kumpel gesucht, da schnell klar war, dass Chatty nicht ohne Vierbeiner sein wollte.

Chatty, liegend und der kleine Paris, sitzend

Ja und so kam dann ich – Claudius Maximus of Austria Great Stars ins Haus.
Chatty lebte sofort nach meinem Einzug auf und übernahm die Mutter und Führungsrolle. Und ich, Claudius Maximus, der auf Paris umgetauft wurde, konnte ohne meine ›Mama‹ überhaupt nichts alleine tun. Chatty liebte mich wie einen Sohn, tobte mit mir, pflegte mich, erzog mich und checkte einfach alles für mich.

Das Video (38 Sekunden, aufgenommen am 08. November 2007) zeigt wie hingebungsvoll Chatty ihren ›Ziehsohn‹ pflegt:

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Windows Media Player-Symbol Video ansehen mit Windows Media Player. (320×240px, *.wmv, 9.8 MB).

Quicktime Player-Symbol Video ansehen mit Quicktime. (320×240px, *.mp4, 12.8 MB).

Unsere 2-Beiner untenahmen mit uns auch sehr viel, wir machten Ausflüge, Urlaube und absolvierten sogar erfolgreich ein  Intelligenzseminar.

  • Chatty und Paris im Hundekörbchen
  • Chatty tobt mit Paris
  • Chatty und Paris im Schlosspark zu Eisenstadt
  • Chatty spielt mit Paris im Schlosspark
  • Chatty pflegt Paris wie ihren Sohn
  • Chatty und Paris üben sich in Intelligenzspielen

Im April 2008 waren wir in  in Grainau in Bayern auf Urlaub und trafen dort unsere deutschen Bassetfreunde.

  • Paris und Bassetdame Isabella
  • Gruppenfoto in Garmisch-Partenkirchen
  • Paris im Porträt in Grainau

Kurz danach, im Mai 2008, wurde Chatty sehr krank und auch sie musste in Frauchens Armen über die Regenbogenbrücke gehen. Es waren vor allem die letzten Wochen sehr schwer, auch für mich, weil man mich von meiner ›Mama‹ fernhielt, damit sie mehr Ruhe hatte. Frauchen wollte nicht akzeptieren, dass ihre Chatty gehen musste, aber dieser Kampf war leider nicht zu gewinnen und für Chattys Wohl ließ dann auch Frauchen los.
Dann waren alle sehr traurig. Ich auch. Es wurde beschlossen, dass ich ein ›Einzelhund‹ bleiben soll, da ja doch alles einfacher ist, die Urlaube, die Ausflüge mit 2 Enkelkindern und überhaupt …
Denkste …
Ich habe auch gleich einmal aufgehört zu fressen, nachdem ich am 2. Tag festgestellt habe, dass Mama nicht mehr kommt. Na ja, um es kurz zu machen, bald waren die Zweibeiner weichgeklopft.
Besonderer Dank geht hier an unsere Freundin  Heidi und ihren Mann Ulli in Berlin. Heidi und Ulli lieben Bassets und vor allem auch Doggen. Und sie züchteten auch beide Rassen. Mit großer Liebe im Familienverband und ohne Zwingerhaltung. Heidi machte sich mit ihrem großen Know How und ihren Kontakten auf die Suche nach einem passenden Kumpel für mich.

So machten wir uns dann Anfang August auf die lange Reise in die Nähe von Weimar, trafen dort Heidi und Ulli und was mich ganz besonders freute, deren Bassets Isi und Momo. Wir trafen auch Karin Gewinner, bei der Eminem, der Papa von Luxus wohnt.
Na ja und dann sahen wir  ›Luxus von der Hammerschmiede‹, unseren Bel Ami!
Ihn sehen und sofort lieben war eins.

Und jetzt sind wir zu zweit und alles Weitere erfährt ihr auf unserer Website.

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Veröffentlicht um 10:25 Uhr in Alltag | Kommentare (3) | Kommentar schreiben

3 Kommentare zu › In memoriam ‹ »

  1. Eminem und Karin Gewinner schreibt am 1. September 2008 um 19:30 Uhr:

    Hallo Sohnemann Bel Ami, eine tolle Homepage haben deine Zweibeiner zusammengestellt. Sehr schön und mit viel Liebe gemacht. Bin schon auf die nächsten Beiträge gespannt und werde zu gegebener Zeit wieder vorbeischauen. Gestern habe ich Link und Lilly gesehen und Frauchen hat sie fotografiert, Bilder werden noch geschickt.
    Sunnyboy von Himmelkron war auch noch da, bin mächtig stolz auf meine hübschen Kinder.
    Sei weiterhin so lieb, knutsche dein Herrchen und Frauchen, wie ich es immer tue (kannst du bestimmt auch schon – am besten nach dem Saufen!)
    Es grüßt dich ganz lieb Eminem und Karin

  2. Gabriele schreibt am 4. September 2008 um 17:52 Uhr:

    Hier ein Gruß an euch zwei nette Doggenjungs! Mein Frauchen hat regen Kontakt mit deiner Schwester Cassiopeia, lieber Paris. Ich weiss auch, dass Frauchen schon bei Cassi angefragt hat, ob die mal Babys bekommen wird. Wenn hier eine DD einzieht, bin ich vielleicht nicht mehr der Boss der Meute…
    Ich bin begeistert, dass ihr eine so benutzerfreundliche HP euer Eigen nennt. Besonders schön finde ich die vielen Fotos, die in sekundenschnelle geladen und auch vergrößert sind. Ich weiss, euer Herrchen ist ein Profi in dieser Beziehung! Ich freue mich auf jeden neuen Beitrag von euch und schaue nun ganz oft vorbei. Viele Grüße und bleibt gesund. Cairni Jilly mit liebem Pfotenabdruck aus Müncheberg in Deutschland

  3. Bilanz » Beitrag » Paris und Bel Ami schreibt am 23. September 2009 um 13:19 Uhr:

    [...] Paris ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate alt. Er kam im Alter von 12 Wochen zu uns, im Alter von 14 Wochen waren wir das erste Mal in der Klinik, weil er links hinten lahmte. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt das Haus nicht verlassen, sondern saß praktisch permanent bei seiner Basset-Ersatzmama Chatty. [...]

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