Beitragsarchiv für Februar 2009

Sorgen

18. Februar 2009 - geschrieben von Paris

Da ich leider auch nach meiner Behandlung vorige Woche noch immer nicht gut laufen konnte, die Lahmheit sogar schlimmer wurde, überwies uns unsere Tierärztin vorgestern in die Klinik, um die ganze Geschichte schulmedizinisch und technisch abklären zu lassen.

Als Erschwernis kam noch hinzu, dass der Chefarzt jener Klinik, die bei uns in der Nähe ist und wo uns alle
kennen, derzeit nicht da ist und wir daher eine  Klinik ziemlich weit weg von uns aufsuchen mussten.
Die Ernüchterung ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Der sehr nette Chirurg ließ mich draußen laufen, tastete mich genau ab, bog meine rechte Hinterhand in alle Richtungen und drückte sehr stark auf verschiedene Stellen, vor allem rund ums Knie.

Seine sehr sicher wirkende Diagnose wurde dann durch ein Röntgen leider bestätigt:
Partieller Riss des vorderen Kreuzbandes rechts und medialer Meniskopathie.

Zum besseren Verständnis:
Im meinem ersten Lebensjahr hatte ich immer wieder schlimme Schmerzen in der linken Hinterhand, mehrfache Röntgenbefunde ab meinem 4. Lebensmonat sowie fast wöchentliche Arztbesuche waren die Folge. Immer hieß es, dass eigentlich nichts Sicheres gesagt werden könne und dass man auch nicht genau wisse, was das Problem konkret sei – wir konnten das alles schon nicht mehr hören! Trotzdem wurden aber Goldimplantate gesetzt und es trat doch keinerlei Besserung ein. Eine CT zeigte Ende November 2007 eine vermehrte Sklerose und eine hochentzündliche Flüssigkeitsbildung im linken Knie, die der Röntgenologe (Radiologe) während meiner Narkose punktierte. Ein partieller Kreuzbandriss war naheliegend, einen kompletten Kreuzbandriss konnte der Arzt praktisch ausschließen. Schon 3 Tage nach der Punktation brauchte ich keine Schmerzpulver mehr und konnte halbwegs laufen, und ab diesem Zeitpunkt gings bergauf … ich erholte mich gut, joggte langsam aber beständig mit Herrchen, die Muskeln bildeten sich relativ schnell nach und Ende Jänner 2008 gings mir bereits so richtig gut. Ich konnte belasten und gut und schnell laufen, was ich auch so gerne mache.

Nun ist es Tatsache, dass bei 40% der Hunde mit solchen Erkrankungen die andere Seite nicht lange auf sich warten lässt, meist etwa 1 Jahr. Und ich bin leider sehr pünktlich und gehöre zu diesen 40%, denn nun ist das rechte Knie betroffen: Entzündungsflüssigkeit im Knie und entsprechend bereits auftretende Arthrose rundherum. Der (wahrscheinliche) teilweise Kreuzband(ein)riss dürfte auch diesmal der Grund sein. Laut Chirurg entstand dieser aber in einem langen Prozess, unsere Rauferei war bestenfalls ein zusätzlicher Auslöser, aber eben nicht die Ursache.

Therapieempfehlung:
Ich bekomme, um nichts zu übereilen, 10 Tage lang entzündungshemmende Medikamente und wir müssen hoffen, dass in diesem Zeitraum eine deutliche Besserung eintritt. Dann bliebe mir vorerst die Operation erspart. Tritt keine Besserung ein, folgt Arthroskopie und  Operation. (Die Kosten dafür werden im letzten Satz der Therapieempfehlung genannt, wo es u.a. heißt: “ACHTUNG (sic!) … aufgrund der Hundegröße extra Platte erforderlich, deshalb …” :-( )

Nun hofft aber auch unsere  Frau Doktor sehr, das Problem doch mit konservativen Mitteln in den Griff zu kriegen bzw. die vom Chirurgen verordnete Therapie zu unterstützen. Dafür spräche unter anderem, dass mein linkes Knie beim Röntgen vorgestern sehr schön aussah und eben auch ohne operativen Eingriff genesen konnte. Daher wurde ich heute (aufgrund der exakten Diagnose sozusagen punktgenau) akupunktiert. Zusätzlich bekomme ich eine Kräutermischung zur Bänderstärkung und natürlich auch die verordneten entzündungshemmenden Medikamente.

  • Paris mit Akupunkturnadeln
  • Paris wird von der Ärztin mit einem Laser behandelt



Ein entscheidender Punkt bei der ganzen Geschichte ist die entstehende Arthrose. Die Schulmedizin bzw. die Chirurgie sieht in der Operation die wohl einzige Möglichkeit, dass ich wieder ordentlich laufen und belasten kann und die Fortschreitung der Arthrose zu stoppen.
Herrchen fand aber damals einen  Beitrag über den Wirkstoff der Hagbutte und besorgte umgehend Litozinkapseln. Ich kann nur sagen, die Wirkung war sensationell, nach etwa 3 Wochen spürte ich bereits die ersten Ergebnisse. Selbstverständlich bekomme ich daher auch jetzt wieder diesen GOPO-Wirkstoff.
Herrchen hat die  Studien dazu genau gelesen. Außerdem unterstützt er die ganze Therapie auch mit einer Kombination von Schüsslersalzen.

Wir haben uns entschlossen, die nächsten 14 Tage einfach alles zu unternehmen, um vielleicht doch die
Operation zu vermeiden.

Warum schreibe ich das alles, obwohl es mir nicht ganz leicht fällt?

Erstmal damit ihr euch nicht wundert, wenn ihr mich in nächster Zeit nicht laufen seht.
Aber es gibt auch ein paar wichtige Fragen, die sich stellen und die wir nicht unter den Tisch kehren wollen:

Die Schlüsselfrage ist und bleibt: Handelt es sich um einen “Unfall” (genaugenommen 2 “Unfälle”) oder ist die offensichtliche Bänder- und Sehnenschwäche vererbt?

Die Medizin kann derzeit noch keine Auskunft darüber geben, ob diese Schwäche genetisch vererbt wird. Obwohl laut Arzt durchaus naheliegend, kann es doch nicht wissenschaftlich nach-/bewiesen werden. Die
Wahrscheinlichkeit, dass ich ohne Bänderschwäche im statistisch bekannten Zeitraum auf beiden Hinterhänden Unfallverletzungen erlitt, ist aber wohl eher gering.

Unsere Theorie:
Dass es keine wissenschaftlichen Beweise für eine Vererbung gibt, könnte daran liegen, dass statistisch-
signifikante Daten fehlen.
Und warum fehlen diese? Zum Beispiel weil es Züchter geben könnte, die diese Erkrankung – so wie andere auch (Augen,  Herz,  OCD etc.) – wenn irgendwie möglich bei ihren Hunden nicht zugeben und/oder nicht ehrlich kommunizieren. Vielleicht kommt eine Bänder- und Sehnenschwäche aber auch bei manchen Hunden gar nicht zum Ausbruch, weil sie zum Beispiel ein Leben lang im Zwinger stehen und außer auf einer Ausstellung sich so gut wie nicht bewegen und sie etwa nie heftig miteinander spielen? Im Ring laufen die Hunde ein paar Meter und schaffen das – trotz Verbot – mit Rimadyl oder ähnlichen Mitteln fast problemlos. Wenn man da genau hinsieht, wie manche Doggen “laufen”, scheint uns unsere Vermutung gar nicht einmal so abwegig. Und (nicht nur) private BesitzerInnen von Hunden mit dieser Erkrankung scheuen vielleicht oft die teure Operation und Hund bekommt hohe Dosen Schmerzmittel. Vielleicht gibt es das alles aber auch gar nicht und entspringt nur unserer lebhaften Phantasie?

Dass signifikante statistische Daten insbesondere bei der Dogge schwer zusammenzutragen sind, liegt auf der Hand. Zuerst müsste geklärt werden, ob die Erkrankung aus der väterlichen oder aus der mütterlichen Ahnenlinie kommt und dann müssten sehr viele Nachfahren mit den gleichen Symptomen ausgewertet werden können. Bedenkt man dazu die leider oft doch geringe Lebenserwartung der Doggen, wird verständlich, warum es schwer ist statistisch-signifikante Daten zu bekommen.

Auch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle: So gibt es die Schulmeinung, dass große Hunde (wie etwa Doggen) wenn sie sehr proteinreich ernährt werden, ihre Bänder schwächen. Daher wird proteinarme Kost empfohlen.

Andere Züchter, die Hunde aus solchen Verpaarungen zur Zucht verwenden, haben keine Ahnung dass eine solche Erkrankung in der Linie vorhanden ist. So bin ich sicher, dass meine Züchterin nur das Beste mit der Verpaarung meiner Eltern wollte!

Vielleicht aber kann eines Tages eindeutig nachgewiesen werden, dass die Bänder-/Sehnenschwäche nicht genetisch vererbbar ist. Vielleicht bin ich auch der einzige arme Kerl in meiner Ahnenlinie, der das Pech hatte, diese Erkrankung zu bekommen, die bei Doggen gar nicht untypisch ist, sie aber in meiner Ahnenlinie eben sonst – zumindest statistisch relevant – nicht vorkommt?

Ich jedenfalls dürfte – solange die Vererbung nicht restlos geklärt ist – nicht zur Zucht verwendet werden
(was meine 2-Beiner freilich auch nie geplant haben!) …
Grundsätzlich sehen meine 2-Beiner in der ganzen Problematik ein weiteres starkes Argument für die sogenannte Outcross-Zucht, also eine Zucht, die immer wieder unterschiedliche Blutlinien verpaart und eine zu enge Typfixierung möglichst vermeidet. Die genetische Distanz sollte also groß sein, um erbgesunde Abkommen zu züchten. Dabei ist natürlich zu bedenken, dass nicht nur die letzten 2 bis 5 Generationen ausschlaggebend sind! So ist z.B. bekannt, dass sich noch nach 13 oder mehr Generationen aus einer Schwarz x Geflecktverpaarung Gelb und Blau ausspalten (können). Und dass das nicht nur auf die Farbe zutrifft, liegt auf der Hand!
Das sind aber schon wieder eigene, sehr komplexe Themen …

Derzeit werde ich sehr geschont und darf leider nicht viel raus in den Park. Ein wenig gehen muss ich
natürlich, dass sich der Muskel nicht gar so schnell abbaut. Toben ist leider ganz verboten und ich habe
registriert, dass mich die 2-Beiner auszutricksen versuchen, wenn einer von ihnen mit Bel Ami losmarschiert …

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Cilly

16. Februar 2009 - geschrieben von Bel Ami

Meine Schwester Cilly aus Bingen am Rhein hat unser Blog gefunden und natürlich gleich mit uns Kontakt aufgenommen, worüber ich mich sehr freue! Ich war ja schon so gespannt wie meine Geschwister heute aussehen!

  • Cilly mit 11 Wochen
  • Cilly mit 5 Monaten am Rücken schlafend
  • Cilly auf ihrer Matratze mit Yorki Balu
  • Cilly und Balu auf der Couch
  • Cilly mit ihrer Mami
  • Cilly, die Schöne


Cilly kam – so wie ich auch – mit 11 Wochen zu ihrer Familie (Anja, Jens und Balu) nach Bingen. Sie ist übrigens auch kohlrabenschwarz!
Ich muss schon sagen, dass sie mir im Wesen sehr ähnlich ist. Sie ist eine sehr neugierige und aufgeweckte Hündin, aber total lieb und verschmust. Im Gegensatz zu mir hat sie aber außer Hundespielzeug noch nichts kaputt gebissen (na ja, ein Mädchen eben ;-) )! Mit ihrem kleinen, aber älteren “Brüderchen” Balu (er wiegt gerademal 2.9 kg) versteht sie sich prima. Die beiden sind ein Herz und eine Seele, nur muss sie beim Toben mehr auf Balu aufpassen als ich auf Paris. Regen mag sie auch nicht besonders gern, da geht sie nur schnell raus zum pipi und schnell wieder rein. Da sind meine 2-Beiner ein wenig strenger und von Paris hab ich ja gelernt, dass das Spazierengehen im Regen auch lustig sein kann. Dafür kann Cilly auf Kommando “Cilly mach mal einen Bach” draußen ganz schnell pipi machen, nicht übel muss ich sagen!
Natürlich hat Cilly auch einen kleinen Dickkopf und wickelt ihre 2-Beiner genauso um die Pfoten wie ich die meinen!
Leider hat Cilly noch nicht so viele Hundefreunde wie ich, aber wie sie mir erzählte, trifft sie bald einen großen Riesenschnauzer, und ich wünsch ihr, dass er ihr ein netter Gefährte wird!
In ihrer Nähe wohnen nicht so viele Hunde und die meisten Leute wechseln schnell die Straßenseite, weil ihnen Cilly zu groß ist. Aber alle sagen, dass Cilly sehr schön und so elegant im Gang ist … da kann ich noch gar nicht mithalten, meine 2-Beiner sagen immer, ich geh noch wie ein Bulldozer :-( !
Ja, und seit neuestem kann Cilly schon aus dem Fenster rausschaun und sehen, wann ihre 2-Beiner nach Hause kommen oder der Postbote sich nähert. Cilly wiegt übrigens stolze 54.9 kg und findet ihr nicht auch, dass sie mir sehr ähnlich sieht?
Ist so schade, dass sie so weit weg von uns wohnt :-( .

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Die Zirkustruppe

15. Februar 2009 - geschrieben von Paris und Bel Ami

Auch wir haben die bei  Emil gefundene lustige  Idee aufgenommen und Sascha war natürlich der Creative Director.

Johannes, OmaAja, Sascha, Carmen, Paris und Bel Ami als Flashfiguren


Das bedeutete, dass Carmen möglichst klein erscheinen musste, er selbst legte auf einen seriösen Anstrich wert, also auch ohne  Skateboard und Johannes konnte grad noch ein paar Haare retten ;-) . Die Papa-Oma ist noch immer “OmaAja”, weil Sascha mit unserer Vorgänger-Doggendame Aja aufgewachsen ist. Mit uns Pelzigen war nicht nur er gar nicht einverstanden, da sie wie Katzen oder eher noch wie Schweinchen aussehen würden …

Der Beitrag wurde allerdings nur unter Protest von Frauchen online gestellt, die zurecht der Meinung ist, dass Saschas Kreativität weit über dem Niveau von Strichmännchen liegt ;-) .

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Ganz ohne Bürste

14. Februar 2009 - geschrieben von Johannes

Zu allererst euch allen vielen Dank für die Kommentare, besonders auch dir, Karina, für die 9 Punkte … der Einfachheit halber sei mein Nachtrag zum Thema in einen neuen Beitrag gepackt.
Wir gehen zwar auch getrennt mit den Hunden, doch sicher zu wenig oft oder zu wenig lang, was wir aber umgehendst intensivieren werden!

Zunächst denke ich, dass meine Formulierung “… bekanntlich als Aggressionssignal interpretiert” leider missverständlich war und dass die gestellte Frage wahrscheinlich überhaupt unzulässig verkürzt dargestellt worden ist.
Hätte ich etwa “… dass der Hund aufgeregt ist …” geschrieben (so wird es zumindest in der  Wiener Hundeführscheinprüfung verlangt), wäre die Diskussion vielleicht anders verlaufen.
Die Absicht hinter dieser “missverständlichen” Formulierung war eine provokative, weil nämlich die unbedarften und unwissenden Hundeführer, die Bel Ami sehen, seine aufgestellten Haare leider immer nur als Aggressionssignal verstehen und verstehen wollen und ihn dann schnell als tendenziell aggressiv (=negativ und “so einen wollen wir nicht”) abstempeln. Wäre schön, wenn sie hier mitlesen …

Selbstverständlich sind wir – wie Anne richtig sieht – nicht der Meinung, dass unser Bel Ami aggressiv ist. Aber genauso selbstverständlich sind wir uns der Tatsache wohl bewusst, dass Bel Amis Wesensstärke und Coolness, wird diese nicht korrekt gelenkt, zum Problem werden können.
Natürlich wissen wir, dass Bel Ami keine Aggression ausstrahlt, wenn er die Haare aufstellt, wenn er Kim
trifft. Und doch halten wir es für richtig, genau zu beobachten wie aufgeregt er gewissen Situationen
begegnet und wie er sie verarbeitet.

Es gibt für diese Überlegungen im Wesentlichen ein paar Gründe, die bei diesem Thema immer in unseren Hinterköpfen mitschwingen:

  • Grundsätzlich:

    Wir erziehen unsere Hunde gewaltlos und vor allem so, dass auch sie selbst in Stresssituationen möglichst keine aktiven unangemessenen Aggressionen zeigen.

  • Farbe:

    Bel Ami, selbst kohlrabenschwarz, kommt aus Blau (Die Blaufärbung ist ein durch ein Gen verhindertes Schwarz). Im Gegensatz zu Paris, der schwarze und gefleckte Ahnen hat. Nun werden traditionell mit den Farben der Doggen auch gewisse Eigenschaften verbunden. Und den Blauen sagt man eben oft nach, dass sie sehr selbstbewusst sind und schneller zu Aggressionen neigen …
    BlauzüchterInnen lehnen diese Kategorisierung oft ab, andererseits findet man in den einschlägigen Doggenforen auch immer wieder Sätze wie “…darf ich raten, der kommt aus blau? …”, wenn ein Fall geschildert wird, der aggressive Handlungen des Hundes zeigt. Vielleicht ist es auch nur der manchmal schmale Grad zwischen sehr ausgeprägtem Selbstbewusstsein und Neigung zur Aggression, der diese Meinung prägt, vielleicht stimmt es auch gar nicht, dazu fehlen uns einfach die statistisch relevanten Daten. Und doch, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

  • Genealogie:

    Bel Ami hat im Gegensatz zu Paris sowohl väter- als auch mütterlicherseits praktisch ausschließlich Ahnen, die aus Polen und der ehemaligen DDR kommen. Und um zu erahnen was ich damit sagen will, seien kurz Teile des Wesenstests, wie er etwa auch in der ehemaligen ČSSR praktiziert wurde, skizziert. Der Wesenstest musste bestanden werden, wenn der Hund für zuchttauglich erklärt werden sollte:

    Der Hund musste einen Gegenstand bewachen. Dazu wurde er allein angebunden und ein Scheintäter versuchte den Hund abzubinden oder den Gegenstand zu klauen. Hat der Hund ihn an den Gegenstand gelassen: Minuspunkt!
    Danach wurden Hund und Besitzer vom Scheintäter überfallen. Da musste der Hund hart und fest (!) in den Schutzarm beißen. Wenn der Hund dabei keine Reaktion zeigte, fiel er durch und war nicht zuchttauglich! Und das OHNE Schutzausbildung! Daher arbeiteten einige ZüchterInnen, die mit ihren Hunden nicht rausgingen, nur auf das Beißen! Diese wurden dann mittels Stück Holz durch Aufbiegen der Kiefer vom Scheintäter “abgepflückt”! Ich möchte mir Bel Ami mit seinem Endgewicht und seiner Kraft, Gift und Galle sprühend, lieber nicht vorstellen, das wäre ein wandelndes Pulverfass!

    Die Dogge ist sicher von Natur aus ein gutmütiger und zurückhaltender Hund. Durch entsprechende Selektion verschwindet das gutmütige Wesen.
    Zum Glück kamen nach der Wende dann die in der BRD (und EUDDC) gezüchteten Doggen, die von vielen abschätzig genannten “Pflaumen” …

    Nur am Rande sei angemerkt, dass auch heute manche mit ihren Doggen Schutzausbildung machen, was wir bei der Dogge nicht nur grundätzlich, sondern auch aus orthopädischen Gründen massivst ablehnen.

    Ebenfalls am Rande: Insbesondere Bel Ami wurde aufgrund intensivster Genealogierecherchen unsererseits gefunden. Die Langlebigkeit, Gesundheit und Wesenstärke seiner Ahnen und der zu einem großen Teil sehr hohe Ausbildungsgrad dieser führte uns zu Bel Ami oder eben – wenn man so will – Bel Ami zu uns und Paris.

  • Persönliche Gründe:

    Wir wurden ohne jegliches Zutun unsererseits mit dem Thema Aggression auch persönlich konfrontiert. Ein im österreichischen Zwinger von Paris lebender Halbruder (selber Vater wie Paris) wurde vom deutschen Doggenklub vor etwa einem Jahr wegen Aggression für die Zucht gesperrt. Da die diesbezüglichen Klagen noch laufen, schreibe ich hier natürlich nicht mehr.
    Und wir wurden vom österreichischen Zuchtwart, der als Tierarzt Paris 7 Monate betreute (!), kurz danach angerufen, ob unser Hund (Paris!) aggressiv sei! Paris war damals 13 Monate alt. Ohne Bezug zu nehmen auf einen konkreten Fall (!), ganz allgemein sei angemerkt: Besonders fatal wäre eine Aggressionsanschuldigung für die Rasse, falls sie einen Hund trifft, der keine aktive (unangemessene) Aggression zeigt.

    Zu den persönlichen Gründen gehört aber auch unsere eigene Erfahrung mit den so extrem unterschiedlichen Reaktionen unserer beiden Hunde, die uns immer wieder verblüffen! Paris wurde, als er noch ganz jung, aber eben schon ziemlich hoch war, immer wieder von anderen, viel kleineren Hunden verbellt, in die Flucht geschlagen und zum Teil böse gemobbt. Natürlich funktioniert so etwas nicht monokausal, aber Paris war leider ein willkommenes Opfer. Ähnlich versuchten es auch die selben Hunde bei Bel Ami, nur funktionierts bei diesem überhaupt nicht. Darüber habe ich ja schon geschrieben, und das ist eben das Problem der anderen und nicht das von Bel Ami (siehe dazu vor allem auch die Kommentare von Dixie und Emil).

Abschließend noch ein Erlebnis von gestern Abend:
Frauchen geht mit den beiden im Park, schon ein wenig dämmrig, starker Wind, als plötzlich mit Höllentempo ein Mountainbiker mit Vollvisierhelm in einer schwer übersehbaren Kurve von oben daherschießt und so abbremst, dass Staub, Sand und Splitt hoch aufgewirbelt wurden. Frauchen schreckte sich wirklich sehr, Paris schreckte sich auch extrem und erfing sich länger nicht, aber Bel Ami schreckte sich gerademal 1 Sekunde lang. Als der Mountainbiker sich – offenbar auch im Schreck – gleich wieder in Bewegung setzte, vefolgte Bel Ami diesen in eindeutig nicht spielerischer Absicht und wollte ihn vom Rad holen. Der Radfahrer blieb dann, weil Frauchen dem Bel Ami nachschrie, stehen und Frauchen konnte Bel Ami doch noch abfangen und halten …

Mit lieben Grüßen Johannes

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