Oder: “Die Hoffnung stirbt zuletzt” …
Aber schön der Reihe nach:
Nach unserem eher optimistischen Kommentarupdate nach dem Klinikbesuch am Mittwoch vergangener Woche folgte noch spät am Abend die Ernüchterung. Paris hatte in der Klinik 39.8 Grad, ein Anstieg, dem aber weder von den Ärzten noch von uns große Bedeutung beigemessen wurde, da er sich sehr aufregte.
Allerdings sank das Fieber auch bis spät in die Nacht nur marginal.
Erst am nächsten Morgen war die Temperatur im (für ihn etwas erhöhten) Normalbereich bei 38.1 Grad.
Recht schnell erkannten wir das Muster und begannen genaueste Aufzeichnungen zu führen: Mit jedem Tag stabilisierte sich die Temperatur im Ruhezustand und war in den letzten zwei Tagen bereits bei den für Paris üblichen 37.8 Grad angelangt. Allerdings erhöhte sich die Temperatur bis 39.2 Grad, sobald sich Paris bewegte. Schon die kleinsten Bewegungen – wie auf der Couch umdrehen oder gar aufstehen – reichten, um die Temperatur in die Höhe zu treiben. Daran änderte sich auch in den folgenden Tagen nichts. Außerdem unternahm Paris so gut wie keinen Versuch mehr das linke Bein aufzustellen.
Da wir nicht wussten, ob Paris Schmerzen hat oder ein psychisches Trauma ihn hinderte das Bein abzustellen, gaben wir ihm ab Sonntag Mittag Schmerzpulver. Sonntag Abend fraß er – das erste Mal seit Monaten – 2kg Fleisch mit Nudeln und hatte bereits am Nachmittag begonnen langsam den Fuß aufzusetzen, zwar zögerlich und ohne große Belastung, aber immerhin.
Auch heute Morgen hatte er um 06.00 Uhr 37.8 Grad, gleich nach dem ersten 10-minüten Ausgang aber wieder 38.9. Mittags wiederholte sich diese Schwankung, wir unternahmen einen ganz kurzen Spaziergang im Wald, Paris war superlustig und hochmotiviert (Carmen war außerdem noch dabei) und unmittelbar danach hatte er wieder 38.9. Eine halbe Stunde später war die Temperatur gefallen und bei 38.0!
Um 18 Uhr hatten wir dann Kontrolltermin in der Klinik: Röntgen und Nähteziehen. Das Begleitkomitee war vollständig: Bel Ami unterhielt sich prächtig, Paris folgte Carmen brav in den Röntgenraum, Carmen wartete dann draußen ebenso brav, bis sie wieder reindurfte.
Die Ergebnisse, Beurteilungen und Diagnosen:
Die Röntgenbilder zeigen, dass die Platte mit den Schrauben fest und korrekt sitzt. Die Platte und die Schrauben sind auch Spezialkonstruktionen, die nur schwer ihre Stabilität einbüßen.
Allerdings sieht man noch sehr deutlich, dass die Stelle, an der der Knochen durchschnitten wurde, noch nicht verheilt ist, wenngleich man ebenso deutlich erkennen kann, dass erste Heilungsprozesse endlich einsetzen.
Als wir mit dem rechten Bein im April, genau 5 Wochen nach der OP, röntgen waren, konnte man den Knochenschnitt fast gar nicht mehr erkennen, so gut war der Knochen bereits zusammengewachsen. Die Infektion jedoch bedingt die erhebliche Verzögerung diesmal (die OP war vor knapp 4 Wochen).
Das Knie war glücklicherweise endlich trocken.
Die Ärzte vermuten, dass Paris doch noch Schmerzen hat und dass auch die Temperaturanstiege bei der Bewegung damit zusammenhängen. Möglicherweise ist das Knie aber auch noch nicht ganz keimfrei. Lediglich eine allgemeine Infektion kann ausgeschlossen werden, da Paris sonst im Ruhezustand nicht Normaltemperatur hätte.
Paris bekommt noch weitere 3 Tage das Antibiotikum und dann beginnt das große Zittern, ob nach Absetzen des Antibiotikums (das nach kurzer Zeit leider Resistenzen zeigt) die Temperatur wieder zu steigen beginnt. Leider müssen wir damit rechnen, da ja auch derzeit die Temperatur – bei Bewegungen – nicht in Ordnung ist. Das werden wir bis zum Wochenende wissen. In diesem Fall müssten wir möglichst schnell wieder in die Klinik.
Die Schmerzpulver wird er einige Tage länger brauchen, wichtig ist vor allem, dass er das Bein aufstellt und sich langsam an den Bewegungsablauf gewöhnt.
Wenn alles gut geht und die Körpertemperatur stabil bleibt, wird in 4 Wochen kontrolliert und beide Knie werden geröntgt. Bis dahin sollte auch links der Knochen deutlich besser verheilt sein.
Ein weitere Nachricht, die wir erst verdauen müssen: Die Platten, die Paris in beiden Knien hat, neigen dazu, als Hort für Bakterien zu fungieren, die sich sozusagen wie ein Film über die Platten legen. Und die Antibiotika können dort nicht richtig greifen. Natürlich ist die Platte im linken Knie aufgrund der aufgetretenen Infektion ganz besonders anfällig dafür und wird sehr wahrscheinlich wieder entfernt werden müssen. Außerdem können die Platten Probleme machen bei Witterungsschwankungen bzw. bei Kälte, weil sie ja praktisch direkt unter der Haut liegen und kein Muskel darüber ist. Sobald der Knochen sehr gut verheilt ist (also in frühestens 8 Wochen), kann die Platte entfernt werden, entschieden wird darüber erst wenn der Heilungsverlauf besser abgeschätzt werden kann. Eine von Dr. Schwarz erstellte Studie zeigt, dass bei 16 Prozent der TPLO-Operationen die Platte wieder entfernt wird/werden muss.
Der Eingriff ist kein sehr großer, die Haut wird geöffnet und die Platte rausgeschraubt. Dass dabei natürlich wieder gewisse Risken bestehen (Infektion etc.), verdrängen wir einstweilen …
Jedenfalls können wir auch in den nächsten Wochen und Monaten keine großen Sprünge (im wahrsten und doppelten Sinn des Wortes) machen, aber wie eingangs gesagt: die Hoffnung stirbt zuletzt …
Video: Erste Gehversuche, 4 Wochen nach der Operation
Das Video dauert 38 Sekunden
(Wie unschwer zu erkennen ist, lahmt Paris noch sehr stark, aber ein Anfang ist – wenn auch mit Schmerzpulvern – gemacht)
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Ich habe keine Worte, nur, was am Anfang des Beitrags steht: “Die Hoffnung stirbt zuletzt” Alle guten Wünsche!!
Heidi und Anhang
Es schmerzt wenn ich das Video sehe, sorry.
Nicht die Hoffnung aufgeben!!
Alle Guten und Lieben Wünsche für Paris und Euch.
LG Kiki
Na das klingt ja schon ein bißchen optimistischer!! Mit solchen 2-Beinern wie ihr sie habt muss ja alles einmal gut werden. Also schön brav sein Paris und mach uns keine Sorgen mehr!! Wir sind überzeugt dass alles bald ok ist!!
Ein großes Basset-Wuff, Wuff
Svati und Leo
PS Dass die Implantate eine Gefahr sind weiß Eva nur zu genau, bei jeder Halsentzündung muß sie Antibiotika nehmen sonst könnte es gefährlich für den Fuß werden!!
Schön zu sehen, dass Paris “läuft”!
Ich wünsche Euch weiterhin viel Durchhaltevermögen, keine Komplikationen mehr und hoffe mit, dass ALLES gut wird!
Viele liebe Grüße!
Klingt ja wirklich positiv auf der einen Seite, auf der andern Seite aber auch danach, als ob ihr noch etwas Geduld haben müsst.
Wir drücken jedenfalls die Daumen, dass der positive Trend weitergeht.
Viele Grüße vom Wurschti-Herrchen
Hallo Paris !
Auch ich, dein Neffe, Wasco – das neue Familienmitglied – drücke natürlich ganz besonders heftig meine tapsigen ( 14 Wochen alten ) Pfoten !!
Halt durch, Onkel Paris !!
Mit einem herzlichen
WuffWuff sende ich Dir
liebe Grüße !
Leider habe ich über das Problem mit den Platten schon in anderen Hundeforen gelesen. Bei den Hunden hörte die Wunde erst auf zu nässen, als die Platten endlich entfernt wurden, aber dann war auch Ruhe!
Sorry, aber das mit dem Temperauturanstieg nach Bewegung – ich dachte, das hätte auch jeder gesunde Hund? Muskelbewegung erzeugt Wärme – Temperatur steigt. Messt doch zum Vergleich auch mal an Bel Ami?
Weiterhin sind alle Daumen gedrückt!
LG Birgit
Hallo ihr Lieben,
danke für die Wünsche! Natürlich halten wir durch, wobei die Hauptmotivation dafür ohnehin Paris selbst ist, der trotz aller Unbill nach wie vor unbändige Lebenslust signalisiert!
@ Wurschti:
ad Geduld: Ja, diese ist schon seit Paris bei uns ist, unser ständiger Begleiter. Was uns gestern nur doch frustrierte, war die Erkenntnis, dass unsere beiden “Buben” – wie gehofft – gegen Sommerende wohl noch immer nicht miteiander laufen werden können …
@ Wasco,
Und dass du auch schwarz bist, freut uns natürlich ganz besonders
wir heißen dich natürlich ganz herzlich willkommen! In der Tat, dein Opa väterlicherseits ist der Papa von Paris und deine Urgroßmutter mütterlicherseits ist die Wurfschwester von Paris’ Opa mütterlicherseits
@ Emils Frauchen,
Ist schon klar, dass die Temperatur bei Bewegung immer steigt, was uns aber beunruhigte und die Ärzte auch etwas verunsichert ist, dass die Temperatur um über einen Grad steigt, wenn er sich nur auf der Couch umdreht! Und das trotz Antibiotika und Schmerzpulver.
Bel Ami hat schon eine um 6 Zehntel Grad höhere Grundtemperatur (38.4) als Paris. Die beiden sind eigentlich Paradebeispiele für die TCM, denn Paris ist ein fast reiner Yin-Typ, Bel Ami ein fast reiner Yang-Typ
Allerdings – hoffentlich nicht nur eine Momentaufnahme – heute Morgen hatte Paris nach seinem 5-Minutenausgang nur hervorragende 38.5, wir haben uns irre gefreut und sind vorsichtig optimistisch. Wir haben ja schon auch früher immer wieder Temperatur gemessen, Paris kam auch nach viel Bewegung (und er bewegte sich, so er konnte, wesentlich intensiver, agiler und viel mehr als Bel Ami!) nie über 38.5!
liebe Grüße Johannes
Aha, das mit der unterschiedlichen Grundtemperaturen hab ich auch schon festgestellt. So hatte mein letzter Rüde eher eine Ruhe Temperatur von gerade mal 38 Grad und die Hündin dafür immer satte 38,5 Grad. Emil liegt auch eher bei 38 Grad und als er bei seiner Kieferlähmung eine Temperatur von 39,1 Grad nach dem Aufwachen über viele Tage zeigte, sahen mich die TÄ oft nur milde lächelnd an, wenn ich dabei von Fieber sprach. Aber es war definitiv Fieber, auch wenn es damals keiner erklären konnte.
Ich hoffe, es wendet sich bei Paris alles zum Besten und ihr könnte endlich zur Ruhe kommen. Ich glaube auch, dass es besser ist, wenn er unter Schmerzmittel das Bein benutzt. So baut sich der Muskel nicht so stark ab und es wird die Gelenksflüssigkeit in Bewegung gehalten, was auch positiv für das Kniegelenk ist.
Viele liebe Grüße
Birgit
ja, Birgit, genau das ist der Punkt. Bel Ami kommt in die Klinik (aber nicht als Patient) oder sonst irgendwo hin und steigert sich grundsätzlich so in alles rein, muss alles unter Beobachtung halten und regt sich so auf, dass er gleich mal über 39 Grad kriegt. Paris ist der Patient und regt sich letztlich gar nicht so auf wie der Kleine, daher sind seine 39.2 wie du auch schreibst, ganz was anderes als 39.2 bei Bel Ami.
Gestern Abend war wieder ein typisches Beispiel, wie wir es immer wieder beobachten: Wir kamen früher als erwartet, um 20h schon wieder zurück. Paris fraß noch 1kg Fleisch mit Nudeln trotz der vielen Aufregungen um ihn herum (Röntgentisch, Nähte …), Bel Ami konnte nicht mal mehr rein ins Haus gehen und schlief mal 2 Stunden draußen auf der Matratze, so hatte er sich verausgabt offenbar, und natürlich hat er auch keinen Bissen mehr gefressen
Dass die Tierärzte gleich mal lächeln und meinen, wir übertreiben, haben wir auch immer wieder erfahren. Aber wir kennen schon unsere pelzigen Freunde
Ich denke übrigens auch, dass der Knochen nicht nur wegen der Entzündung nicht verheilt ist bisher, sondern auch, weil er das Bein ganze 4 Wochen nie aufgesetzt hat. Ist doch wie bei den Osteoporosepatienten. Dosierte Bewegung ist das Um und Auf, weil doch die Muskeln einen Reiz auslösen, der den Knochenaufbau aktiviert…
liebe Grüße Johannes
Eindeutig Schmerzgang plus Muskelabbau.
Seid die nächsten Wochen (!) grosszügig mit Schmerzmitteln!
VG
Karina
Hallo!
Kleine Anregung…
Eine Naturheilpraktikerin meinte zu mir, dass man (u.a.) bei Entzündungen das Getreide im Futter weglassen soll, da es Entzündungen nährt.
Meine Meinung zur Getreidefütterung findet ihr auf meiner Seite.
Liebe Grüße!
Hallo Karina,
ja, machen wir auf jeden Fall. Er frisst damit auch viel braver, stellt das Bein auf und das Wichtigste ist derzeit, das möglichst bald ein vollständiger Durchbau des Knochenschnitts gegeben ist.
@ Sigrid,
bin zu 100% dieser Meinung, gehe auch konform mit dem was du auf deiner Website darüber schreibst! Trotzdem auch dir danke, wir sind derzeit für jeden Tipp und jede Anregung sehr dankbar, weil wir immer wieder registrieren, dass wir auf das eine oder andere vergessen, weil so viel zusammenkommt…
liebe Grüße Johannes
Wir drücken weiterhin die Daumen & Pfoten…
Alles Gute lieber Paris du wirst das schaffen….
Und deine Dosenöffner werden dir bestimmt für den Winter Kniewärmer stricken oder häkeln….
LG Tamara
Nochmal Hallo!
Da mein Ziegenbock leider auch gerade schwer krank ist (er kann kaum gehen, hat starke Schmerzen), der Tierarzt und ich nicht wissen, nur vermuten können… probiere ich gerade Vitamin C (Acerolakirsche, das frisst auch Joy- im Gegensatz zu Hagebuttenp.) Ingwer und Teufelskralle. Vielleicht auch was für Euch dabei?
Alles Gute!
Hallo Sigrid,
der Arme! Alles Gute für deinen Ziegenbock! Paris bekommt schon die Hagebuttenpulver und Teufelskralle sowieso! Wir rüsten ja schon entsprechend auf weil wir morgen nachmittags die Antibiotika absetzen.
Liebe Grüße Johannes
Hallo Paris,
ich drücke Dir weiterhin alle meine Pfoten und meine Futterträger auch. Nur nicht aufgeben, dann wird das schon wieder. Ich glaube fest daran. Du bist doch so ein toller Kerl.
Liebes WUUUH
Sally
Sorry, aber von Karinas richtiger Meinung abgesehen, finde ich das er auf dem Video bereits sehr gut läuft! Hätte mir das nach den gesamten Beiträgen anders vorgestellt.
Und obwohl ich absolut ungern Tipps gebe…
Ich würde (tue das nach OPs immer) täglich einen TL Hagebuttenpulver in einem Schwups warmen Wasser verührt unters Fleisch tun. Vitamin C ist neben getreideloser Ernährung der Hammer schlechthin.
Gute Besserung erneut im Schiffscontainer rüber schickend
Hallo, es tut mir in der Seele weh Paris so zu sehen, aber er ist ja ein Kämpfer. Wir halten Euch alle Daumen und Pfoten. Was uns Bel Amie letzte Woche gezeigt hat, war schon ganz toll,weiter so. Ich bin jetzt bis 4. Aug.auf Urlaub und hoffe Euch dann wieder zu sehen.
Macht es gut einstweilen und toi toi toi
Elisabeth