… war es wohl, dass was passiert. Aber schön der Reihe nach und möglichst objektiv:
Ich war heute mit Bel Ami bei einem Kulturevent im Schlosspark, zu dem wir eingeladen waren und über das wir demnächst auch berichten wollen.
Da gab es eine notdürftig eingezäunte Fläche auf der Wiese neben dem Teich und diesen Bereich “bespielten” wir. Es war Mittag, etwas nach 13 Uhr, außer einige Touristen kaum jemand im Park und natürlich schon gar kein Hund in dieser unerträglichen Hitze. Bel Ami hielt sich fast ausnahmslos im Schatten auf und die ganze Sache dauerte auch nicht sehr lang.
Jedenfalls lief Bel Ami entweder in diesem lose abgezäunten Bereich umher (die Anwesenden lernten ihn – und er sie – schnell kennen) oder aber er legte sich etwas abseits in den Schatten zu seiner Wasserschüssel und ließ die vorbeischlendernden Touristen vorbeischlendern ohne sie auch nur eines Blicks zu würdigen. Die Leine hab ich ihm abgenommen, aber natürlich ständig versucht das Umfeld im Auge zu behalten.
Und auf einmal bemerkte ich, dass er angespannt steht. Das tut er immer, wenn etwas seine Aufmerksamkeit erregt. Er steht nur, läuft aber nicht los! Eine Eigenschaft, die wir schätzen, weil dadurch immer noch Zeit bleibt um zu handeln, also ihn, wenn nötig, an die Leine zu nehmen usw. Seine Aufmerksamkeit erregte Sammy, ein sehr kleiner Spaniel, der ungefährt sieben oder 8 Jahre sein alt sein dürfte. Sammy schwamm ca. 50 m von uns entfernt im Teich und das registrierte Bel Ami. Dann kam Sammy mit seinem Herrchen (Sammy angeleint) auf uns zu und ich hielt Bel Ami am Halsband, damit er nicht losstürmt, was dieser auch nicht wirklich versuchte. Da ich das Herrchen kenne, sprach dieses mich an und fragte mich, ob sich die beiden Hunde kennen.
Zufällig traf ich vor zwei Tagen Sammys Frauchen mit Sammy und da schauten sich die beiden relativ uninteressiert an, ich ging aber mit Bel Ami gleich weiter, weil es dort, wo wir uns trafen, keine Spielmöglichkeit gab und weil ich es auch eilig hatte.
Daher sagte ich dem Sammyherrchen dass sie sich flüchtig kennen und die Begegnung unauffällig war. Das Sammyherrchen war mittlerweile nicht einmal mehr 2 Meter von uns entfernt und hielt auch Sammy nicht zurück, sondern signalisierte Bereitschaft eine Begegnung zu ermöglichen und näherte sich weiter.
Ich ließ Bel Ami los, er lief die 2 Schritte zu Sammy hin und steht vor bzw. halb über ihm. In diesem Moment grollt Sammy und schnappt, was wiederum Bel Ami veranlasste ebenfalls zu grollen und sie begannen zu raufen. Nicht sehr wild, weil das Sammyherrchen, das auf der richtigen Seite stand (die Hunde drehten sich natürlich im Kreis), Bel Ami problemlos beim Halsband auf die Seite ziehen konnte. Das Ganze dauerte wenige Sekunden.
Der langen Rede kurzer Sinn: Sammy ist in der Klinik, bekommt eine Drainage, es muss offensichtlich mehr passiert sein … und Sammyherrchen rief mich an, dass ich das bezahlen müsse, weil ich ja meinen Hund nicht im Griff hätte und sein Hund ja an der Leine war …
Es geht mir jetzt nicht ums Bezahlen, das macht eh die Versicherung, es geht mir um zwei Probleme, die ich in diesem Zusammenhang nicht ganz sicher beurteilen kann:
- War das, was da passierte ein Kommentkampf, wie es
Hoshi vor Kurzem schrieb und fiel der nur schlimmer aus, weil der Größenunterschied enorm ist? Oder dürfte sowas nicht passieren und Bel Ami hat unverhältnismäßig reagiert?
- Der Vollständigkeit halber merke ich an: Es nervt mich mittlerweile unendlich, dass Bel Ami von fast jedem kleinen und sehr kleinen Hund aufs Schärfste angepöbelt wird, ob aus der Nähe oder aus der Ferne. Die BesitzerInnen tun meist überhaupt nichts und lassen ihre Hunde in der Leine hängen und sich aufplustern und sich aufführen und lachen dämlich, wenn ich versuche Bel Ami halbwegs anständig vorbeizuführen. Dazu muss ich noch bemerken, dass Bel Ami, wenn wir etwa in der Stadt unterwegs sind, kleine Hunde, solange die nicht pöbeln, kaum zur Kenntnis nimmt und auch keinerlei Anstalt macht hinzuwollen. Wenn sie zu pöbeln beginnen, wird er natürlich munter und ich arbeite intensiv daran, ihm zu verklickern, dass wir möglichst ruhig vorbeigehen (lernen) müssen. Denn wenn etwas passiert, ist natürlich immer der große Hund der Schuldige … (Ich habe geschrieben “von fast jedem…”, natürlich gibt es, wenn auch wenige Ausnahmen!)
Und in diesem Zusammenhang noch:
Bel Ami trifft auch Hunde, die er nicht gut kennt, die aber so wie er einfach Spiellust signalisieren und dann wird gelaufen was das Zeug hält. Leider sind die anderen Fälle aber schon deutlich in der Überzahl.
Bel Ami wurde bis heute schon viermal gebissen, das erste Mal mit 4 Monaten und das letzte Mal am Ostermontag. Er ist heute 14 Monate und 7 Tage alt.
Ihr könnt euch ja vorstellen, dass mir das grad noch gefehlt hat heut … Ich hoffe sehr, dass Sammy nicht allzuviel passiert ist und er sich schnell erholt.
Apropos: Am Nachmittag haben wir doch die Notfallsnummer in der Klinik angerufen, da das Loch im Kniebereich von Paris nicht kleiner wird und nach wie vor nässt. Dr. Wagner meint, dass es sich um das Ende der Naht handelt und diese sich gelöst haben dürfte (das meine ich auch). Da wir aber morgen ohnehin mit Bel Ami einen Termin in der Klinik in der Nähe haben (wo ich mir wohl auch gleich die Sammyrechnung abholen darf
), lassen wir die Wunde auf Anraten von Dr. Wagner spülen und dann desinfizieren. Größere Probleme sieht er aber nicht. Wär schon, wenn er Recht hätte.
Update, 21.40 Uhr:
Was vielleicht auch noch erwähnt werden sollte:
99 Prozent der Hunde, die zu den obgenannten “anderen” Fällen gehören, also jenen, die nicht mit ihm spielen wollen, sind altbekannte Hunde, die Paris eineinhalb Jahre wirklich gemobbt haben. Paris hat sich nie gewehrt, sondern ist davongelaufen, die BesitzerInnen haben immer gelacht. Bel Ami läuft nicht davon.
Sammy gehört aber nicht zu diesen 99 Prozent! Er hat nie gemobbt, hat aber auch nie gespielt. Nie, nicht einmal mit den Bassets, denn schon diese kannten Sammy gut. Da lief aber nie etwas.

Vorab: Das halb über einen Hund stellen würde auch Emil für extrem unfreundlich halten und es hätte da wohl auch eine Reaktion gegeben. Annäherungen von fremden Hunden gehen bei uns auch nur langsam und “ordentlich”.
Ich hatte bereits anwaltliche Unterstützung in einem Beissfall, in unserem Fall war es damals völlig egal, dass mein gebissener Hund angeleint war. Wer selbst einen Hund hält hat schon von Grund auf eine Mitschuld, ich glaube das heisst Gefärdungshaftung. Wenn ich meinen angeleinten Hund zu einem anderen Hund bewusst hinlasse, dann bin ich doch selbst Schuld wenn was passiert. Ich würde es der Versicherung melden, die entscheiden dann schon ob sie zu recht bezahlen müssen.
LG Birgit
Oh je. Erstmal wünsch ich Euch gute Nerven.
Ich glaube, fürchte, dass man vor solchen Geschichten nicht gefeit ist, – die 100%tige Sicherheit gibt es nicht und welche Signale da unter Hunden in Bruchteilen von Sekunden ausgetauscht werden, das können wir auf die Schnelle eben auch nicht beurteilen. Da hilft wahrscheinlich die beste Theorie nichts. Leider macht es das umso schwerer, eine Situation im Nachhinein zu beurteilen (nicht um den Schuldigen zu finden sondern um für die Zukunft zu lernen).
Bei uns laufen viele kleinere Hunde rum. Nele ist damit also immer ein großer Hund (auch wenn sie natürlich immer noch deutlich kleiner als Bel Ami ist). Die kleinen kläffen und machen, – ich kenn das nur zu gut, was du beschreibst. Die Hundebesitzer jener zum Teil Winzlinge finden das vollkommen okay und teils sogar lustig, während Nele mit Schwanzgewedel freundlich zum Spiel einladen will.
Ich habe jedesmal Angst, dass hier irgendein Gefeixe der Kleinen dazu führt, dass Nele entweder im Spielerischen Überschwang oder aber genervt, falsch reagiert. Denn ein freundlicher, großer Hund muss sich ja auch nicht einfach auf Verdacht hin mal ankläffen lassen.
Und eine Briardpfote auf einem Hund der Kategorie “plüschiges Sofakissen” ist halt dann doch einfach ein Risiko. Da wären wir dann wohl auch “dran”.
Ich habe keine Ahnung, wie man dieses Problem lösen kann. Insgesamt geht Nele genau aus diesem Grund bei mir oft an die Leine, so lange nicht absolut klar ist, dass die Begegnung friedlich ist.
Komisch, reicht es nicht schon, dass wir Besitzer großer Hunde mit den nicht-hundebesitzenden Menschen das ein oder andere Problem haben?
Egal. – Ich wünsch Euch, dass das keine größere Sache ist und insbesondere wünsch ich Euch, dass Ihr es Euch nicht so zu Herzen nehmt, dieses “Hund nicht im Griff” und allerlei anderes, was in so einem Zusammenhang dann gerne mal emotional losgelassen wird.
Eure Probleme kann ich nur zu gut nachvollziehen. Ich stelle auch immer wieder fest, dass es für Nichthundebesitzer einen Riesenunterschied macht, wer bellt. Ist es ein kleiner Hund, ist das niedlich. Ist es ein großer Hund, ist er aggressiv. Selbst wenn der kleine Hund vorher anfängt zu pöbeln (was ja niemand wahrnimmt) und dann eine Antwort bekommt, schauen die Leute immer nur zum großen Hund (was ja der Lautstärke nach auch verständlich ist).
Eure Begegnung würde ich (!!!) eher als Komment deuten, denn ein “richtiger” Biss hätte sicherlich anders ausgesehen. Auch unsere Begegnung im Januar deute ich so, dass die Wunde eigentlich eher ein Unfall denn ein gezielter Biss war.
Ich weiß auch nicht, ob man bei solchen Begegnungen von Schuld sprechen kann, wenn nicht von vornherein absehbar ist, dass das mit dem Spielen nichts wird. Das Argument “Leine” finde ich fragwürdig, wenn der andere Hund auf euch zukommt. Aus eurer Beschreibung wird allerdings nicht klar, ob der andere Hund evtl. Schiss bekommen haben könnte, weil Bel Ami auf ihn zukam (andersherum wäre vielleicht gegangen!?) und dass die Pöbelei des anderen eine Angstäußerung war!? Just a guess.
Mehr können wir nicht schreiben, denn wir müssen ja für Paris weiter die Daumen drücken.
Viele Grüße vom Wurschti
Was ich noch hinzufügen möchte: Auch Emil wird von sehr vielen anderen Hund angepöbelt, wohl weil sie mit dem riesen Fellberg nicht gut zurecht kommen. Kleine kläffende Hunde ignoriert er mittlerweile ganz gut, er hat sich einfach dran gewöhnt – wofür ich ihm extrem dankbar bin.
LG Birgit
@ Emil,
ganz vielen Dank, Birgit, für den Hinweis, hat uns sehr geholfen. Die Versicherung, zu der wir ja bekanntlich ganz gute Verbindungen haben (Saschapapa), übernimmt aber wie es aussieht. Ich hab dem Sammyherrchen die Sache allerdings schon auch erklärt und ihm gesagt, dass es nicht so einfach ist wie er meint. Und ich habe ehrlich gesagt natürlich wenig Lust, einen Rechtsanwalt zu bemühen, der – und da bin ich mir ziemlich sicher – zumindest eine Teilschuld rauskriegt, wobei wir sicher nicht den größeren Teil hätten.
Birgit, es ist einer meiner Träume Bel Ami so wie du Emil dazuzubringen, dass ihm diese kleinen Kläffer ganz egal sind. Bei Paris klappt das nämlich ziemlich gut, der würdigt sie kaum eines Blicks. Bei Bel Ami wirds noch ein hartes Stück Arbeit.
@ Anne,
, eine noch schlechtere Ausgangsposition.
kann ich mir gut vorstellen, dass du/ihr alle mit den Briards natürlich ganz ähnliche Erfahrungen habt. Verschärfend kommt bei uns sozusagen absurder Weise dazu, dass Bel Ami – salopp formuliert – von vielen bekannten Herr und Frau Chens als gefährlich eingestuft wird, weil sie bisher Paris kannten, der immer gleich türmte. Wir haben dadurch, jenseits von groß und schwarz und das Fellkleid wirkt im Unterschied zum Briard natürlich auch wenig kuschelig
Wie wir das Problem aufs Erste lösen wissen wir allerdings: Birgit hat schon Recht, wenn sie schreibt, dass das Drüberstellen der Punkt sein kann. Bel Ami, so habe ich das Gefühl, stellt sich gar nicht mit “Hintergedanken” drüber, er macht das auch im Spiel mit Kim, mit Antaris und anderen, er machte das schon mit 3 Monaten. Er ist leider extrem stürmisch und daher in genau dieser Situation sehr schwer zu kontrollieren. Wir werden daher schlicht einfach Begegnungen mit nicht sehr sehr gut Bekannten vermeiden und nur wenn es sich wirklich ergibt, eine ganz vorsichtige Annäherung versuchen. Ansonsten Leine und vorbeigehen üben, schadet ihm nicht. Dafür andererseits das Spiel mit jenen, mit denen es klappt, etwas forcieren.
@ Wurschti,
mit deiner Vermutung, dass es ein Komment war, glaube ich liegst du richtig. Denn in der Klinik sagten sie uns auch heute, dass es relativ harmlos sei, halt genäht werden musste.
Und es ist schon richtig: Ein richtiger Biss von Bel Ami … ich wage gar nicht dran zu denken.
Ja, ich habe auch gedacht, dass es Angst war, die der Hund bekam, oder genauer, so richtig Schiss, weil Bel Ami sehr ungestüm ist und das auch seine guten Freunde schätzen und damit umgehen können, weil sie nämlich ganz ähnlich sind. Sammy war aber damit total überfordert, und ich hätt das ahnen müssen, mein Fehler, keine Frage. Ganz exakt ist es natürlich generell nicht leicht zu unterscheiden warum ein Kleiner pöbelt: Angst kann es ja auch sein, wenn er Bel Ami aus 20 m Entfernung sieht und gewohnt ist, dass er sofort auf den Arm genommen wird, wo er sich dann aufführen kann/darf…
Weil ihr weiterhin so lieb seid und Daumen drückt: Der Chef der Klinik in unserer Nähe hat sich heute Paris angesehen. Er empfahl uns, die Fucidintabletten länger zu nehmen. Er traut der Sache nicht, dass kein Keim nachgewiesen werden konnte. Denn das bedeutet nicht, dass auch tatsächlich keiner drin ist. Er sagt, dass es eben sehr lange dauert, bis ein solcher Keim ausgetrocknet ist. Das Loch haben sie gespült und auch registriert, dass Paris noch sehr stark geschwollen ist (Level III, wenn ich das richtig verstanden habe).
Aber er klang durchaus optimistisch (mittel- bis langfristig). Im schlimmsten Fall, wenn sich die Geschichte nicht beruhigt, benötigt er auch eine Gentamycin-PMMA-Kette oder
Septopalkette (ich glaub, dass sie diese erwähnt haben), mit der der Doktor sehr gute Erfahrungen in der Abheilung von derlei Infektionen hat. Daran wollen wir aber gar nicht denken, weil diese Methode natürlich auch Nachteile hat.
Na ja, und Bel Ami hat sich bei der kleinen Spritze wieder aufgeführt, als würde er abgestochen, während Paris wie immer ruhig alles über sich ergehen ließ. Und als Bel Ami draußen wartete während der Parisbehandlung, ließ er wieder den charming black boy raushängen und machte sich bei älteren Damen, Rüden und Hündinnen sehr beliebt
Aber Frauchen hatte ihn heute schon extrem unter Beobachtung.
Liebe Grüße und nochmals vielen Dank für eure Hilfe und dass ihr mich wirklich beruhigen konntet
Johannes
Ich weiß nicht, ob Emil die kleinen Kläffer egal sind, aber ich achte darauf, den Abstand zwischen Kläffer und Emil immer so groß zu halten, dass Emil sich im Griff hat. Das kann bei dem einen altbekannten Kläffer 3m sein, bei einem unbekannten aber auch schon mal mehr als das doppelte. Ich weiß ja nicht, WAS die Kleinen da über die Strasse pöbeln, aber manchmal sehe ich richtig in Emils Mimik “Ja, du mich auch”.
Zum “Drüberstellen”: Ich kann es mir nicht so richtig vorstellen, dass das ein “Versehen” ist… Wurde es bisher noch nie (außerhalb des Spiels) geahndet? Nun erlebt eine Dogge es ja eher selten, dass sich einer über sie drüberstellt – denn die Reaktion darauf würde mich bei Bel Ami dann doch mal interessieren.
LG Birgit
Also bei Bel Ami ist einmal das ganz grundsätzliche Problem, das uns ziemlich nervt, dass er so extrem leicht ablenkbar ist und etwa einem anderen Hund ewig nachsieht, nicht besonders penetrant, aber doch hartnäckig. Also er zieht jetzt nicht so arg oder führt sich gar auf, aber er muss sich umdrehen und nochmals umdrehen und nochmals und es ist sehr schwer ihn da einzukriegen. Oder am Übungsplatz bleibt er einfach stehen und schaut und schaut und schaut. Er läuft nicht hin! Er schaut nur. Obwohl wir wirklich permanent dran arbeiten, ihn ablenken, ihm Grund geben, nicht hinzusehen, sondern zu uns usw. …. es ist noch immer schwierig. Je kleiner der Hund aber ist, desto weniger lang und intensiv “schaut” er, das interessiert ihn nicht so arg. Außer der beginnt zu pöbeln! Je größer aber der Abstand, desto reibungsloser geht das über die Bühne.
Drüberstellen: Im Spiel ahnden wir es nicht oder kaum, also schon dann wenn es zu heftig wird, interessanterweise greift es da sogar. Und sonst achten wir sogar sehr penibel drauf, dass er es nicht tut. Er stellt sich bei nicht so bekannten Pelzigen auch nicht so wirklich ganz drüber, sondern geht sehr nah und schaut dann von oben runter. Also die Vorderbeine sind schon noch vor dem anderen Hund, Hals und Kopf eher schon drüber. Aber das dürften schon manche nicht vertragen. Und ja, auch mich täts interessieren, was er machen würd, wenn sich ein Größerer drüberstellt
Was mir da übrigens schon oft auffiel: Bel Ami geht sehr sehr häufig ganz direkt auf den anderen zu, nicht im Bogen.
Im Moment habe aber ich offenbar ein Problem: Wir gingen eben durch die FUZO und da sitzen die Menschen in den Kaffehäusern heraußen an den Tischen. Und ich schau natürlich wie ein Lux, ob irgendwo ein Kläffer unterm Tisch sitzt
Sah aber keinen und plötzlich kläffts schon los, genau auf unserer Höhe. Ich hab mich derart erschrocken, dass der da sich losreißt (gesehen hab ich ihn gar nicht, so klein war er) und auf uns zurennt, dass ich einen Paniksprung zur Seite gemacht hab. Und erst dadurch ist Bel Ami eigentlich erst etwas unruig geworden. Auch blöd
Komm mir vor wie bei so einem enervierenden Computerspiel “Such den Kläffer”, wenn du ihn zuerst siehst, dann überlebst du es und wenn er dich zuerst sieht, verlierst ein Leben
Liebe Grüße Johannes
Bel Amis Verhalten mit dem Nachschauen kennen wir von Wurschti auch. Uns wurde das als Unischerheit erklärt, was ich bei Wurschti auch sofort unterschreibe. Er sichert sich mit dem Blick ab, dass der andere Hund sich nicht umdreht und ihn in den Ar… beißen.
Zum Thema Drüberstellen: Ist sicher nicht die feine Hundeart. Die Reaktion darauf *muss* aber nicht gleich so aussehen, wie es gestern bei euch war. Wenn Wurschti angestürmt kommt, unterwerfen sich manche Hunde gleich und dann ist gut. Hätte also doch auch so laufen können, oder? Insofern finde ich die Vokabel “Schuld” nicht richtig. Es ist einfach ein Punkt mehr, auf den man achten sollte.
Und deine Paranioa kenne ich auch nur zu gut. Und um es noch schlimmer zu machen: Ich bin fest davon überzeugt, dass sich deine Nervosität schnell auf den Hund überträgt.
Wir haben übrigens sehr gute Erfahrungen damit gemacht, Dinge zu bennen. Also immer wenn ein Hund kommt, sagen wir “Hund” und das Wurschti bekommt ein Leckerchen. Das lenkt ab und macht die Situation positiv für den Hund.
Viele Grüße vom Wurschti-Herrchen
Hallo Wurschti-Herrchen
Die Erklärung mit der Unsicherheit gefällt mir sehr! Könnte hinkommen, wenngleich Bel Ami auch so abgelenkt ist und fixiert, wenn es ein Vogel am Baum oder irgendwas ist, das ihn schwerlich kneifen würd
Klassiker in der Hundeschule: Riesen Platz, aufgeteilt in mehrere kleinere Plätze. WIr auf Platz A, eine Gruppe auf Platz B, Bel Ami stellt sich irgendwo rauf, wo er noch größer ist und steht regungslos und fixiert, das kann viele Minuten dauern. In dieser Zeit geht nicht viel, auch Leckerlis werden kaum wahrgenommen.
Und den Tipp, die Dinge zu benennen, find ich auch sehr gut, klar hat sich meine Nervosität sofort auf ihn übertragen, das hat mich ja auch so geärgert, er war im Gegensatz zu mir richtig entspannt in der beschriebenen Situation. Machen wir ab heute so wie du schreibst und berichten!
Liebe Grüße Johannes
Emil zeigt dieses Hinstarren auch, aber nur bei völlig unbekannten Hunden oder bei seinen Lieblingsfeinden. Allerdings gibt es unterschiedliches Starren, es gibt ein Starren: “Komm nur her, ich mach dich platt” oder ein Starren: ” Ich will Kontakt, du siehst klasse aus”.

Birgit
Hallo Birgit,
da musste ich jetzt mit Frauchen beraten wie die korrekte Antwort ist. Wir haben ein wenig überlegt und uns die verschiedenen Fälle vor Augen geführt.
Bei Bel Ami gibt es in den meisten Fällen eigentlich nur “1 Starren” und das scheint uns in Worten zu repräsentieren:
“Wenn du freundlich herkommst und spielen willst, dann ist es super, weil das will ich auch, wenn du aber unfreundlich daherkommst, mach ich dich platt, nur dass du gleich die Spielregeln kennst”.
Er starrt und wartet mit Pokerface (Schwanz gerade ob Freund oder Feind sozusagen), was uns die Sache nicht leichter macht
Wenn ihm der andere freundlich kommt, ist er aber immer spielbereit und nicht böse!
liebe Grüße Johannes
Update: Wenn es Freunde sind, ändert sich natürlich das Verhalten, wenn sie nah genug sind. Dann geht er meist in diese Indianerstellung und schleicht sich an, der andere auch und dann stürmen sie los. Das macht er aber nicht bei Unbekannten: Da bleibt er stehen und starrt und zeigt mehr Regungen erst sehr knapp vorher.
Hallo Johannes,
Ich bin ab nächsten Dienstag wieder am Platz und würde die “kleine Hunde” Situation gerne ausführlich mit Dir und Bel Ami besprechen und “bearbeiten”. Inzwischen nur soviel: ein angleinter Hund reagiert anders als ein freilaufender, er kann nur sehr eingeschränkt kommunizieren und was dabei herauskommt hast Du ja erlebt. Bel Ami ist kein Welpen mehr und läßt sich nicht mehr anpöbeln, aber noch nicht erwachsen genug um über den Dingen zu stehen. Bitte halte Abstand von angeleinten Hunden. Genaueres am Dienstag.
Inzwischen viele Grüße an Dich und Paris, Elisabeth
Danke Elisabeth, auch fürs telefonische Aufbauen und Briefing. Wir wären ja angesichts der Lage heute auch in diesem Regenwetter in die Schule gefahren
Denn heute Morgen gabs schon die nächste unliebsame Begegnung: Wir trafen in der Stadt auf Magyar Viszal Sunny, einen alten und vor allem gleichaltrigen Freund. Dieser warf sich, als er Bel Ami gewahr wurde, gleich ins Gras und freute sich heftig, Bel Ami jedoch knurrte ihn beim Näherkommen an
Geht im Moment nicht, da müssen wir in der nächsten Zeit viel arbeiten! Vorerst mal Schluss mit Aufeinandertreffen, Vorbeigehen ist angesagt
Liebe Grüße Johannes
Ich bin wieder mal spät dran, aber ich sage Euch, ich mag keine kleinen Hunde, die sind immer so blöd und kläffen die ganze Zeit wenn sie mich sehen. Wir gehen dem ganzen einfach aus dem Weg. Natürlich amüsieren sich die Halter von kleinen Hunden immer köstlich, wenn sie auf mich losgehen wie Furien. Meine Mami sagt dann immer zu denen, lachen sie auch noch wenn ich meinen Hund loslassen? Dann drehen sie immer verduzt ab. Problem gelöst.
Liebes WUUUH
Sally
Servus Sally,
das glaub ich schon, dass bei dir dann das Problem gelöst ist, da gehts noch durch, ich fürchte nur, dass die Probleme bei mir dann erst richtig anfangen würden. Denn lies dir mal Strafgesetzbuch § 107, Abs. 1 durch, wo es heißt: “Wer einen anderen gefährlich bedroht, um ihn in Furcht und Unruhe zu versetzen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen.”
Herzlichst Bel Ami
Hi Bel Ami,
ich sage für Dich aus. Und werde mit reinstem Gewissen bezeugen, das Du nicht angefangen hast und keinen in Angst und Schrecken versetzt hast. Und falls das nichts hilft, packst Du einfach Deine Kopffer und ergreifst die Flucht, zu mir. Da findet Dich keiner.
Liebes WUUUH
Sally