Am Samstag fuhren wir in die Klinik, wo die Drainage entfernt wurde. Das Knie war bereits ziemlich trocken und auch der Laborbefund war mittlerweile eingetroffen.
Die bakteriologische Untersuchung ergab Bakterien der
Staphylococcus intermedius-Gruppe, also Keime, die man meist als hospitalisierte Keime bezeichnet, weil gegen Antibiotika resistente Stämme dieses
Keimes vorwiegend dort vorkommen, wo ständig Antibiotika verwendet werden (etwa in Krankenhäusern …).
Das Problem dieses Keimes ist, dass er
Methicillin-resistent und daher (meist) multiresistent ist. Das Antibiogramm bestätigte dies und wies als sensibel bloß die
Fusidinsäure aus. Es war also ab sofort ein Antibiotikum (
Fucidin, 3x 3 Tabletten, 10 Tage lang) aus der Humanmedizin notwendig (bisher bekam Paris
Ciprofloxacin, das aber wegen der darin enthaltenen Leitsubstanz
Enrofloxacin – der Leitsubstanz für alle Fluorchinolone – keine Wirkung hat, da gegenüber allen Fluochinolonen eine Kreuzresistenz besteht).
Noch am Samstag Nachmittag konnten wir dieses mit einem Rezept aus der Klinik in einer Wochenenddienst-Apotheke besorgen und die Kur beginnen. Abgesehen von den (aus medizinischer Sicht) ganz grundsätzlich rechtlichen und ethischen Bedenken sind auch die Kosten dafür natürlich enorm.
Paris wurde von uns also weiter möglichst steril verbunden, bekam die Antibiotika, die er auch bisher überraschend gut verträgt und wir hofften wieder einmal auf eine baldige Besserung.
Gestern fiel uns auf, dass die Schwellung um das Knie wieder auffällig stark war und als wir am späten Nachmittag erneut verbanden, rann aus der Öffnung, in der das Drainageschläuchchen war, wieder sehr viel Flüssigkeit. Herrchen drückte sanft möglichst viel Flüssigkeit raus. Beim Verbinden heute in der Früh zeigte sich kaum mehr eine Schwellung und es kam auch keine Flüssigkeit mehr, wohl weil die Wunde natürlich durch das Blut schon verkrustet war.
Trotzdem rief Herrchen sicherheitshalber in der Klinik an, auch weil Paris bis jetzt noch immer keinerlei Versuche macht aufzutreten und der Bewegungsablauf seit 13. Mai gleich schlecht ist (er humpelt, wenn überhaupt, auf 3 Beinen). Dazu kommt, dass er fast durchwegs eine für ihn etwas zu hohe Körpertemperatur hat. 38.7 Grad (Tendenz eher leicht steigend) wären an sich bei einer Dogge sicher noch nicht bedenklich, da Paris aber normalerweise knapp unter 38 hat, machen wir uns doch Sorgen. Auch nach der ersten Operation hatte Paris bereits am 2. Tag danach abends wieder 38 Grad oder weniger. Am Samstag, als er in der Klinik extrem aufgeregt war, wurden ebenfalls nur 39 Grad gemessen.
Außerdem können wir durch Abdrücken des Knies leider nicht sicher beurteilen, ob das Knie wirklich trocken ist und befürchten darüber hinaus natürlich, dass sich nach einigen Tagen das Knie wiederum mit Flüssigkeit füllt.
Wir sind natürlich alle schon übersensibel, sprich sehr besorgt. Es passierte doch schon einmal ein Fehler, als die Ärztin vergangene Woche alles als im grünen Bereich bezeichnete (und Entschuldigungen vom Chefarzt sind freundlich aber wenig hilfreich: Schmerzen von Paris, erneutes Aufschneiden, Verlust mehrerer Tage, die Nerven der 2-Beiner, Kosten). Daher machte sich Herrchen bei der Sprechstundenhilfe sicher nicht beliebt, als er dieser die Probleme erklären sollte und wollte nur möglichst schnell mit einem Arzt oder einer Ärztin verbunden werden.
Morgen Nachmittag gehts also wieder in die Klinik …