Das war ein langer Tag! Eigentlich hab ich mich schon gestern Abend gewundert, als ich mit Herrchen nach dem “normalen” Abendspaziergang später nochmals rausdurfte. Der wollte mich aber reinlegen, nur ein wenig herumlaufen mit mir und vor allem noch ein wenig üben. Da machte ich ihm aber einen Strich durch die Rechnung, was ihn Böses für den heutigen Prüfungstag ahnen ließ …
Heute brachen wir im Stockdunklen um 05.30h schon in den Park auf und fuhren dann gleich mit dem Auto los. So richtig lustig wurde es, als wir, noch immer in der Morgendämmerung, bei der
Hundeschule gleichzeitig mit Terra, meiner lieben Partnerhündin, ankamen und ich dann gleich ausgiebig und lange mit ihr laufen und spielen durfte.
Ich will ehrlich sein. Terra ist eine ganz liebe und sehr ruhige und schon sehr abgeklärte Schäferhündin, nur genau 3 Monate älter als ich. Sie hätte es gar nicht notwendig gehabt, schon so früh bei der Schule zu sein, aber ihr Frauchen Susanne war so lieb und hat sich mit Herrchen zeitig früh verabredet, dass ich die Möglichkeit habe mich halbwegs einzukriegen … Ganz herzlichen Dank dafür!
Um 08.00h traten wir dann in der Wartezone der Hundeschule an und staunten nicht schlecht, als plötzlich viele Hunde von anderen Schulen kamen, die wir alle gar nicht kannten. Die Wartezeit war ziemlich aufregend für mich, was man vor allem daran erkennen konnte, dass ich auf einmal stark schuppte. Aber es war auch gar nicht so einfach, alles unter Kontrolle zu behalten
Meine Lehrerin Elisabeth gab allerdings – vollkommen zu Recht – Herrchen die Schuld, der mich mit seiner Aufgeregtheit ansteckte! Auch alle anderen 2-Beiner wirkten irgendwie unrund …
Um 09.00h kamen dann Terra und ich endlich dran. Mir war schon ein bisserl fad und ich wollte eigentlich nur wieder spielen. Herrchen war indes blau gefroren, weil er nämlich statt warme Schuhe die Turnschuhe an- und keine Handschuhe und Kopfbedeckung mithatte. Manche der anderen Hunde regten mich auch ziemlich auf, alles zusammen also sozusagen die optimalen Voraussetzungen, um eine ruhige und souveräne Prüfung abzulegen
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Herrchen hatte übrigens zu diesem Zeitpunkt, also als wir aufgerufen wurden, bereits praktisch resigniert gehabt, weil er dachte, ich lass jetzt gleich die Sau raus, wenn wir den Platz betreten … und wirkte daher auf einmal erstaunlich ruhig!
Dann ging alles sehr schnell: Wir mussten in Grundstellung und der wirklich sehr freundliche Richter begrüßte nicht nur Herrchen sondern sogar auch mich
Und dann lief ich mit Herrchen den Kurs, nicht ohne die Menschengruppe am Rande ganz genau zu beobachten, ob da nicht jemand für ein Spielchen motivierbar wäre und ob auch alles mit rechten Dingen zugeht. Daher konnte ich nicht ganz eng neben Herrchen laufen, weil mir sonst der Überblick gefehlt hätte. Sitz, Steh und Kehrtwendung etc. klappten ganz gut, nur dann reichte es mir schon. Bei meiner eigentlichen Paradeübung “Platz” warf ich mich zwar runter, bellte Herrchen aber an, damit er endlich zum lustigen Programm überwechsle. (Da war aber auch Herrchen Schuld!) Jedenfalls fast ein Wunder, dass ich danach noch schön “stand” und sowohl den Tempowechsel als auch die Menschengruppe ziemlich gut schaffte. Nur beim Niedersetzen ließ ich mir gut 15 Sekunden Zeit (für mich Rekordzeit, das dauert nämlich meist länger). Danach war Wechsel, Terra war dran und ich wurde an den Baum gebunden, während Herrchen aus meiner Sicht verschwand. Kein Problem und auch beim Abholen vom Baum zog ich keine Show ab, sondern verhielt mich geradezu vorbildlich.
Der Richter gab uns gleich die Bewertung bekannt, ich bekam ein “Gut” mit 85 Punkten und er meinte, dass ich etwas mehr “führerorientiert” sein und nicht nur die Umgebung beobachten solle. Sonst schien er aber ziemlich zufrieden zu sein. Terra bekam sogar ein wirklich verdientes Sehr gut!
Ich hatte so große Freude, dass ich gleich nach Übungsende (noch am Platz) Herrchen ordentlich anspringen und mich mit den Vorderbeinen auf seine Schultern stellen musste, aber Elisabeth und Herrchen freuten sich ja wirklich auch sehr über meine gute Leistung.
Übrigens erfuhren wir bei der Urkundenverleihung, dass mir die Damen und Herren, die bei der Prüfung anwesend waren, den Spitznamen “Hausmeister” (österreichisch: “Hausmasta”) verliehen haben, weil ich die ganze Prüfung mit erhobenem Haupt und inspizierendem Blick gelaufen bin
Ein riesengroßes Dankeschön geht auch von hier aus an meine hervorragende Lehrerin Elisabeth, die Herrchen wirklich sehr oft Privatunterricht geben musste, weil er ein bisserl langsam im Verstehen war …
Jedenfalls sind wir alle glücklich, der Anfang ist gemacht und ich freue mich schon sehr auf die nächste Unterrichtsstunde!