Nachdem Herrchen heute wieder den USB-Stick vergessen hat und wir nochmals zurückfahren mussten, haben wir es dann – trotz Frühverkehr – doch noch rechtzeitig zur morgendlichen Physiotherapie geschafft.
Ich habe es ja schon einmal angedeutet, ich geh so richtig gern dorthin, die Ärztin, Frau
Doktor Karen Barker-Benfield ist wirklich ganz lieb zu mir und die Übungen sind zwar ziemlich anstrengend, aber sie machen mir auch viel Spaß. Außerdem gibts immer viele Leckerlis und Streicheleinheiten!
Physiotherapie
Schlagwörter: gesundheit, tplo, video
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Gesprengte Ketten
Hallo ihr Lieben,
danke vielmals für eure lieben Zusprüche, ich tue weiterhin mein Bestes! War heute wieder in der Physiotherapie, die mir wirklich mächtig Spaß macht. Frau Doktor hat heute gefilmt, aber Herrchen natürlich keinen USB-Stick mitgehabt, daher werden wir euch erst nächste Woche zeigen können, was ich da so machen darf. Jedenfalls sind die beiden Ärztinnen total lieb zu mir und ich daher ein wahrer Musterschüler.
Im Gegensatz zu meinem Kumpel …
Schlagwörter: gesundheit, schule, spiel, tplo
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Bilanz
Da sehr langsam wieder Normalität einkehrt und Paris offensichtlich beständig genest, ist es Zeit für eine Bilanz über die Krankengeschichte und auch über leider viele Nebengeräusche.
Die Krankheit und 2.5 Jahre Arztbesuche
Die komplette Krankengeschichte (mit einigen Rückblicken) seit Mitte Februar 2009 findet sich unter dem Schlagwort tplo. Das sind insgesamt 23 Beiträge, chronologisch geordnet.
Paris ist jetzt 2 Jahre und 7 Monate alt. Er kam im Alter von 12 Wochen zu uns, im Alter von 14 Wochen waren wir das erste Mal in der Klinik, weil er links hinten lahmte. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt das Haus nicht verlassen, sondern saß praktisch permanent bei seiner Basset-Ersatzmama Chatty.
Mit heutigem Tag liegen die finanziellen Kosten (für Paris) für Arztbesuche, Medikamente, Therapien etc. bei ziemlich genau 17.000 Euro. Ca. 9.000 Fahrkilometer, der Zeitaufwand sowie die seelischen und nervlichen Belastungen bleiben dabei unberücksichtigt.
Wir möchten dezidiert festhalten, dass wir uns bereits im Herbst 2007, als Paris etwa 8 bzw. 9 Monate alt war, immer wieder und ab Februar 2009 nahezu täglich gefragt haben, ob es überhaupt richtig ist, was wir machen, ob wir unseren Hund nicht mehr quälen als ihm Gutes tun, aber selbstverständlich auch, ob es für uns überhaupt zu schaffen ist, noch zumal der Ausgang unsicher war.
Wir halten aber ebenso fest, dass es in den knapp 2.5 Jahren auch schöne und optimistische Monate gegeben hat, was den Gesundheitszustand von Paris betrifft. Gemeint ist das Jahr 2008, in dem er – was die Gelenke betrifft – stabil wirkte, zwar nie sauber lief, aber schmerzfrei schien. In dieser Zeit, im August 2008, kam Bel Ami und dieses Blog ging online.
Paris war von seiner 14. Lebenswoche an permanent unter ärztlicher Beobachtung und in ärztlicher Betreuung, auch im Jahr 2008 (Therapien, Akupunktur etc. weil er immer viel zu dünn war, weil er unrund lief, im Mai links hinten einen Rückfall hatte, und auch, weil er immer wieder extreme Angst- und Panikzustände hatte und Verhaltensauffälligkeiten zeigte).
Paris wurde in seinem 1. Lebensjahr mehrmals geröntgt und fast wöchentliche Arztbesuche brachten keine wirkliche Besserung. Sogar Goldimplantate wurden gesetzt, Resultat gleich Null. Der Arzt war bewusst gewählt worden, weil selbst Doggenbesitzer und Züchter. Nach einer Punktation der Knieflüssigkeit (links) Ende November 2007 (bei einem Spezialisten) besserte sich sein Zustand – wie wir jetzt aber wissen, nur oberflächlich und vor allem ohne dass die Ursache behoben war. Erst als Paris im Februar 2009 plötzlich rechts nicht mehr gehen konnte, wurden wir von unserer damaligen Ärztin (wir haben Anfang 2008 gewechselt) nach Hollabrunn überwiesen, der Rest der – zumindest was die korrekte Diagnose und die Operationserfolge betrifft – doch erfreulichen Geschichte ist ja bekannt. Warum wir nicht früher, vor allem im ersten Jahr, schon nach Hollabrunn geschickt wurden, wissen wir nicht. Wir meinten das Beste getan zu haben.
Die Züchterin
Wir hatten bis Februar 2009 ein gutes und freundschaftliches Verhältnis zur Züchterin von Paris. Sie hat Paris auch mehrere Male gesehen. Sie betonte immer wieder, dass kein Geschwister von Paris ähnliche Probleme und sie auch keine Erklärung dafür hätte. Anfang März informierte ich sie über die in Hollabrunn gestellte Diagnose telefonisch. Eine Bemerkung am Telefon (die ich nicht beweisen kann und daher auch hier nicht schreibe), ließ mich den Kontakt zu ihr sofort abbrechen. Die Nerven, irgendetwas zu erklären, hatte ich damals nicht.
Zu allem Überfluss bekamen wir Ende März, also 3 Wochen nach der 1. Operation am linken Knie, eine E-Mail von der Züchterin, das ich erst jetzt hier, und selbst da nur das Allernötigste, beantworte:
Sie schreibt (wort- und buchstabengerecht übernommen):
… Habe auf der Homepage gesehen was so zur Disskussion steht von Woppler über usw. …
Die korrekten Diagnosen der Ärzte wurden von uns genauso korrekt publiziert. Dass aufgrund des Zustands von Paris von den Ärzten in Hollabrunn auch andere mögliche Krankheitsbilder in Erwägung gezogen wurden, ist Tatsache. Und es war der Klinikchef Dr. Schwarz, der Paris gleich bei seiner ersten Untersuchung die Halswirbelsäule geröntgt hat, weil er ein Wobblersyndrom nicht ausschließen konnte. Dass sich dieser Verdacht nicht bestätigt hat, haben wir auch entsprechend zeitnah publiziert!
… Ich habe mit Dr. Schwarz Kontakt aufgenommen der mir bestätigt hat das es ein ganz klarer verschleppter Kreuzbandriss war und nichts genetisches. …
Herr Dr. Schwarz hat uns – auf meinen Anruf hin – versichert, nicht mit ihr gesprochen zu haben, mit wem in der Klinik sie auch immer gesprochen haben mag, es war nicht Dr. Schwarz, der Paris operiert hat.
Über den “verschleppten Kreuzbandriss” siehe weiter unten.
… und ich über Foren in Deutschland erfahren muß das ich an allemSchuld bin. …
Wir haben außerhalb dieser unserer Website (paris-und-belami.at) kein einziges Wort über die Causa Paris geschrieben! Wir haben auch keinerlei Unterstellungen formuliert oder unsere Züchterin auf irgendeine Weise beschuldigt! Im Gegenteil, schon bei einem unserer ersten Beiträge der Krankengeschichte schrieben wir (im Februar 2009!): “So bin ich sicher, dass meine Züchterin nur das Beste mit der Verpaarung meiner Eltern wollte!”
… Ich denke auch das natürlich mit dem ohnehin schon verletzten Fuß der Junge Rüde für Paris eine zusätzliche Belastung war. … Es ist auch nicht so einfach 2 junge Doggen zu halten da die Verletzungsgefahr umso größer wird. …
Unter anderen Umständen würden wir diese Sätze für einen ziemlich schlechten Scherz halten. Erstmals schien das Knie von Paris in Ordnung als Bel Ami kam, was auch von der damals behandelnden Ärztin bestätigt wurde. Und auch unsere Züchterin wusste, dass wir eine zweite Dogge suchen und war uns bei der Suche nicht nur behilflich, sondern es war ein konkreter Welpe ins Auge gefasst, dessen Vater in ihrem Zwinger steht. Wir haben uns aber dann doch für Bel Ami entschieden
.
Der Rest der E-Mail geht in derselben Tonart weiter, das ersparen wir euch und uns hier.
Auffällig ist für uns allerdings der Grundtenor der E-Mail, dass wir eigentlich Schuld hätten, weil wir Paris ständig überlasteten, die Kreuzbänder nicht entsprechend untersuchen ließen, einen zweiten Rüden anschafften etc. Da keimt in uns schon der Verdacht auf, dass mit allen Mitteln versucht wird, etwaige Regressansprüche unsererseits schon im Vorfeld zu ersticken und dabei sehr unfaire und vor allem unrichtige Anschuldigungen in den Raum gestellt werden.
Zumal wir a) nie an Regressansprüche gedacht haben oder gar solche formuliert haben und b) sowohl Dr. Wagner als auch Dr. Schwarz uns gegenüber klar festhielten, dass die Kreuzbandeinrisse ganz sicher nicht durch Überlastung entstanden sind, worüber sich die Wissenschaft auch einig ist (siehe unten).
Wir stellen das alles online, weil andere DoggenbesitzerInnen/-züchterinnen, die in einem Nahverhältnis zur Züchterin von Paris stehen, den Kontakt zu uns unerklärlicher Weise abgebrochen haben und wir möchten, dass auch hier gilt: audiatur et altera pars. Dabei hätte es ja gereicht, unsere Beiträge genau zu lesen …
Wir stellen es aber auch online, weil es zum Wesen der Blogkultur gehört, Meinungen, selbstverständlich auch Kritik, in Kommentaren zu äußern. Wir haben es in anderem Zusammenhang geschrieben, dass wir die öffentliche Diskussion und den befruchtenden Diskurs wollen und fordern, und wir uns diesem auch gerne und leidenschaftlich stellen.
Genetik
Nun zur entscheidenden Frage des “verschleppten Kreuzbandrisses” und zur möglichen genetischen Prädisposition.
Der Knackpunkt ist nämlich nicht der Kreuzbandriss an sich, sondern die Entstehung dieses! Und sowohl Dr. Wagner als auch Dr. Schwarz haben uns sehr ausführlich erklärt, dass es kein Unfall (oder Überlastung) war, sondern der Kreuzbandriss forciert wurde aufgrund der steil stehenden Gelenkfläche des Unterschenkels. Es ist schon so, dass auch die Steilstellung der Gelenkfläche den Kreuzbandriss nicht unbedingt auslöst, aber ihn zumindest forciert! Nur in diesem (!) Zusammenhang wird auch von Überlastung gesprochen, weil jede (!) Bewegung für den Hund eine Überlastung darstellt (siehe das Beispiel vom Bergbauern, das uns Dr. Schwarz selbst sehr gut erklärte!).
Dr. Schwarz’ Diagnose und Erklärung werden zudem von anderen Fachärzten bestätigt, dass nämlich beim Hund in über 80% der Fälle degenerative Kreuzband(an)risse vorliegen, die meist während der normalen (!) Aktivität auftreten! Und um einen solchen degenerativen Kreuzbandriss handelt sich bei Paris!
Siehe etwa:
Tierklinik Kasa
oder
Kleintierklinik Ettlingen.
Wir bleiben bei unserer Hypothese: Mag schon sein, dass eine Bänder- und Sehnenschwäche bei Hunden, die im Zwinger stehen und ihren Bewegungsdrang nicht in derselben Weise ausleben können wie Paris (oder wie sie wollen und sollten!), nicht zum Ausbruch kommt oder vielleicht später?
Interessant jedenfalls in diesem Zusammenhang, dass Kliniken, die auf derlei Verletzungen und ihre Operationen spezialisiert sind, die Erfahrung machen, dass der Altersdurchschnitt der betroffenen Hunde in den letzten Jahren massiv gesunken ist. Während vor 10 Jahren etwa die meisten Patienten 5 Jahre und älter waren, sind die Betroffenen heute meist 1 oder 2 Jahre alt.
Wir haben lange darüber geschrieben, ob nun diese Gliedmaßenfehlstellung, die Paris hat, genetisch bedingt ist oder nicht. Und wir haben auch das geschrieben, was uns beide genannten Ärzte bestätigt haben, dass nämlich die Wissenschaft derzeit keine gültigen Beweise dafür hat, dass aber die Wahrscheinlichkeit für eine genetische Übertragung zumindest gegeben, wenn nicht sogar sehr hoch ist!
Bereits 2001 (!) wies die
American Veterinary Medical Association nach, dass Hunde mit einer steil stehenden Gelenksfläche signifikant öfter vordere Kreuzbandverletzungen aufwiesen als Hunde ohne Steilstellung!
2006, beim
31. Weltkongress für Kleintierveterinärmedizin im Oktober in Prag wurde die Ruptur des vorderen Kreuzbandes beim Hund mit anderen degenerativen Veränderungen wie Autoimmunkrankheiten etc. assoziiert. Besonderes Interesse galt bei diesem Kongress dem Vorwärtsschub des Unterschenkels (cranial tibial thrust) als ein grundlegender Auslöser für wiederholte Mikrotraumata auf das vordere Kreuzband. Im Gegensatz zu Hunden mit einem stabilen Kniegelenk können bei Hunden die Kräfte zwischen Schienbein und Oberschenkel nicht durch Muskelkraft ausgeglichen werden.
Aber über die Genetik schweigen alle (uns bekannten)
Studien.
Nun, es bedarf keiner naturwissenschaftlichen oder gar medizinischen Fachausbildung um feststellen zu können:
Der Satz “Diese degenerative Kreuzbandschädigung hat keine genetischen Ursachen” kann schon alleine deshalb nicht endgültig stimmen (obwohl selbstverständlich Ärzte es so formulieren müssen), weil
a) genetische Ursachen nur bis jetzt (!) nicht wissenschaftlich sicher nachgewiesen werden konnten, ein Nachweis für genetische Bedingtheit aber jederzeit nachgewiesen werden könnte (so die Grundmenge repräsentativ wäre, was in der Praxis natürlich nur sehr schwer erreicht werden kann).
b) es bis heute keine einzige Untersuchung (unseres Wissens) gibt mit Hunden in der Größe und der Gewichtsklasse von Doggen. Wir lesen es auch in den zitierten Studien: “large breeds” sind etwa Labradors, von Doggen keine Rede.
Abschließend noch eine redaktionelle Anmerkung: Wir behalten uns vor, etwaige E-Mailantworten hier online zu stellen.
Der Schlussstrich unter die Krankengeschichte, den wir mit diesem Beitrag ziehen wollen, ist für uns nur ein formeller, zu einschneidend und zu turbulent waren die vergangenen Monate, wenn nicht Jahre. Aber es ist ein Schlussstrich unter eine streckenweise schier unendlich scheinende Geschichte und wir möchten endlich fröhlichen Zeiten – natürlich auch hier im Blog – entgegenblicken
Update 24. September 2009:
Damit unser Beitrag nicht missverstanden wird, es geht uns im Wesentlichen um 3 Botschaften:
- Wir wollen Hundebesitzern/-besitzerinnen, deren Hunde ähnliche gesundheitliche Probleme haben oder im Verdacht stehen sie zu haben, vermitteln, dass sie sich viel Zeit und Geld ersparen können, wenn möglichst früh verschiedene Spezialisten aufgesucht und verschiedene Arztmeinungen eingeholt werden. Sobald die Ärzte unsicher und ratlos den Kopf wiegen (wie oft haben wir das gesehen …) und sich nicht wirklich sicher in der Diagnose sind, sollte der nächste aufgesucht werden.
- Es ist naheliegend, dass es im Fall des Falles zu Problemen mit den Züchtern kommen kann (nicht muss!). Züchter haben naturgemäß das Interesse, ihre Zuchtlinien als gesund und fit zu präsentieren, klar, dass etwa genetische Krankheiten, die nicht einmal als solche einwandfrei nachgewiesen sind, zu Differenzen führen können.
- Bei uns hatten offenbar die Ärzte 2 Jahre nicht an alle Möglichkeiten gedacht, geschweige denn eine richtige Diagnose gestellt. Liest man sich – soweit als Laie möglich – in die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse ein, ist man den Ärzten (vielleicht) auch nicht so hilflos ausgeliefert.
Schlagwörter: gesundheit, in eigener sache, tplo
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Happy Days are here again
Wir kommen – das 18. Mal innerhalb des vergangenen halben Jahres – eben aus Hollabrunn zurück. Und diesmal voller Freude. Es war vorerst das letzte Mal (Röntgen) und Herr Doktor Wagner ist sehr zufrieden. Die Knochen, also auch links, sind sehr gut durchbaut und stabil.
Schlagwörter: gesundheit, schule, spiel, tplo
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